Darum gehts
- Trump empfiehlt Republikanern, für Veröffentlichung der Epstein-Akten zu stimmen
- Epstein betrieb Missbrauchsring mit Dutzenden Opfern, starb 2019 im Gefängnis
- Trump verbrachte Zeit mit Epstein, wie mehrere Party-Videos belegen
Sie flogen zusammen im Privatjet, feierten in Mar-a-Lago oder erschienen gemeinsam auf Modeshows. Immer wieder tauchen neue Anhaltspunkte oder Bilder aus der Vergangenheit auf, die auf eine engere Verbindung zwischen US-Präsident Donald Trump (79) und dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) hindeuten.
In den letzten Jahren hatte Trump eine tiefere Freundschaft dementiert. Eine im Wahlkampf versprochene Offenlegung der Ermittlungsakten im Fall Epstein hatte Trump bisher dennoch hinausgezögert. Doch nun scheint er unter dem Druck der Demokraten in der Opposition und auch von einigen seiner Republikaner eine Wende zu vollziehen. Trump empfiehlt den republikanischen Abgeordneten, im Repräsentantenhaus für die Veröffentlichung der Akten zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zu stimmen.
Trumps angeblicher Geburtstagsbrief an Epstein
Es sei an der Zeit, die Akten freizugeben, «weil wir nichts zu verbergen haben», schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Bisher hatte sich die Trump-Regierung mit der Offenlegung von Ermittlungsakten zurückgehalten. Im Februar dieses Jahres übergab Generalstaatsanwältin Pam Bondi (60) Ordner mit dem Titel «The Epstein Files: Phase 1» an konservative Influencer. Die meisten der darin aufgeführten Informationen waren der Öffentlichkeit jedoch bereits bekannt.
Im September veröffentlichte das US-Repräsentantenhaus schliesslich einige Dokumente aus dem Nachlass von Jeffrey Epstein – darunter eine Sammlung von Briefen, die Epstein zu seinem 50. Geburtstag geschenkt wurden. Brisant: Einer der Briefe enthält angeblich eine Notiz mit dem Namen von Donald Trump und die Zeichnung eines nackten Frauentorsos. Die Trump-Regierung bezeichnete dies als «Fake News».
Neue E-Mails deuten auf stärkere Verbindung zu Epstein hin
Vergangene Woche spitzte sich die Epstein-Affäre erneut zu. Rund 20'000 E-Mails, SMS und sonstige Dokumente von Jeffrey Epstein wurden veröffentlicht. Darunter deuten einige eine stärkere Verstrickung des US-Präsidenten mit Epstein an. Epstein selbst schreibt, Trump habe «Stunden in meinem Haus» mit einem seiner minderjährigen Opfer verbracht. In einer Nachricht an Autor Michael Wolff (72) heisst es zudem über Trump: «Natürlich wusste er von den Mädchen.»
Epstein hatte über viele Jahre einen Missbrauchsring mit Dutzenden junger Frauen und Minderjährigen betrieben. Er verging er sich dabei auch selbst an seinen Opfern. Nach seiner Festnahme und Verurteilung als Straftäter starb der Finanzier aus New York 2019 mit 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.
Trump bezeichnete Epstein als «grossartig»
Ab Ende der 80er-Jahre finden sich immer wieder Fotos und Videos von Partys, die Epstein und Trump vor allem in Trumps Residenz Mar-a-Lago verbrachten. 1990 kaufte sich Epstein in gerade einmal rund drei Kilometer entfernten Palm Beach in Florida ein Anwesen.
Immer wieder flogen die beiden gemeinsam in ihren Privatjets – wie veröffentlichte Flugprotokolle im Prozess gegen Epsteins Partnerin Ghislaine Maxwell (63) zeigten. 2002 bezeichnete Trump Epstein gegenüber dem «New York Magazine» als «einen grossartigen Kerl» und beschrieb eine Gemeinsamkeit: «Es wird sogar gesagt, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich, und viele von ihnen sind eher jünger.»
Später soll es jedoch zum Bruch in ihrer Verbindung gekommen sein. Als Epstein 2019 verhaftet wurde, sagte Trump gegenüber Reportern, er sei «kein Fan von ihm, das kann ich Ihnen sagen. Ich war kein Fan von ihm.» Er betonte, seit 15 Jahren nicht mehr mit Epstein gesprochen zu haben.
Wird jetzt die tatsächliche Beziehung offengelegt?
Ende Juli dieses Jahres sagte der Kommunikationsdirektor des Weissen Hauses, Steven Cheung, gegenüber CNN, dass Trump Epstein aus Mar-a-Lago rausgeworfen habe, weil er «ein Widerling» sei. Trump selbst gab als Grund für den Rauswurf wenige Tage später gegenüber Reportern an, dass Epstein junge Frauen «gestohlen» habe, die für sein Mar-a-Lago-Spa arbeiteten.
Trumps scheinbare Kehrtwende in Hinblick auf die Offenlegung aller Ermittlungsakten könnte nun neues Licht auf die Verbindung zu Epstein werfen. Doch sollte das Repräsentantenhaus für die Offenlegung stimmen, müsste auch der Senat zustimmen. Zudem bräuchte es eine Unterschrift des US-Präsidenten. Ob es so weit kommt, ist unklar.