Darum gehts
- Russische Schattentanker feuerten Drohnen in europäische Lufträume, massiver Luftverkehr gestört
- IISS: 144 Drohnensichtungen 2024–2026, Flughäfen schlossen Ende 2025 kurzzeitig
- Januar 2025: 20 Drohnen über Dänemark, Schiff Arctica in Nähe
Mehrere russische Schattentanker sollen über Monate hinweg Drohnen in die Lufträume europäischer Staaten abgefeuert haben. Dadurch wurde die zivile Luftfahrt massiv gestört, militärische Standorte überwacht und die Luftabwehr der Nato-Staaten getestet. Das geht aus einem Bericht des International Institute of Strategic Studies (IISS) hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.
Zwischen 2024 und 2026 wurden laut IISS 144 verdächtige Drohnensichtungen in Europa verzeichnet, darunter in Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Grossbritannien und Dänemark. Besonders gravierend war die Lage Ende 2025: Mehrere Flughäfen – darunter in Deutschland, Spanien und Dänemark – mussten kurzzeitig geschlossen werden.
«Strategischer Fehlschlag» für Europa!
Laut Bericht zielte die russische Kampagne darauf ab, unterhalb der Schwelle einer kollektiven Nato-Reaktion zu bleiben. Das IISS bezeichnet dies zugleich als «strategischen Fehlschlag» für Europa, weil die Vorfälle erhebliche Schwächen in der Luftabwehr des Kontinents offengelegt hätten.
Seit den Vorfällen haben mehrere europäische Länder ihre Drohnenabwehr verstärkt. Laut IISS starten die Drohnen von sogenannten Schattenflotten-Schiffen – Schiffe mit unklarer Eigentümerschaft, die Russland auch zur Umgehung von Sanktionen nutzt.
Russland weist Vorwürfe zurück
Im September 2025 führten Drohnensichtungen zur Schliessung des Flughafens Kopenhagen. Gleichzeitig waren die Schiffe Arctica und Boracay vor Ort. Französische Streitkräfte durchsuchten die Boracay später, Präsident Emmanuel Macron schloss eine Verbindung zu den Drohnen nicht aus.
Moskau hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Präsident Wladimir Putin (73) erklärte im Mai 2026, Russland führe keine Sabotagekampagne gegen Europa durch.