Darum gehts
- Donald Trump und Wolodimir Selenski trafen sich beim G7-Gipfel in Évian
- Trump fordert Russland zu Friedensabkommen auf
- Selenski sieht Fortschritte und erwartet Kriegsende vor Winter 2026
US-Präsident Donald Trump (80) und der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (48) haben sich am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian getroffen. Wie Trump am Dienstag bestätigte, soll es noch ein weiteres Gespräch zwischen den beiden Staatschefs geben. Zugleich erhöhte der US-Präsident den Druck auf Moskau und forderte Russland auf, endlich eine Vereinbarung mit Kiew zur Beendigung des Kriegs zu schliessen.
In einem Post auf der Plattform X zeigt sich Selenski mit dem US-Präsidenten. «Es ist stets wichtig, die Positionen abzustimmen», kommentiert er dazu.
«Russland sollte ein Abkommen schliessen», sagte Trump vor Medienvertretern. Bereits am Sonntag habe er sowohl mit Selenski als auch mit Kremlchef Wladimir Putin (73) gesprochen. Die Gespräche seien sehr gut verlaufen. «Russland hat eine enorme Menge an Menschen verloren – genauso wie die Ukraine.» Letzten Monat seien 35'000 Menschen im Krieg ums Leben gekommen – die meisten davon Soldaten.
Selenski fordert mehr Druck auf Russland
Der Krieg in der Ukraine steht am zweiten Gipfeltag ganz oben auf der Agenda der G7-Staaten. Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte wollen die seit Monaten stockenden Verhandlungen wieder in Gang bringen. Neben Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA nimmt auch die EU an dem Treffen teil. Frankreich hat in diesem Jahr den Vorsitz.
Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters betonte der ukrainische Präsident, dass zusammen mit Washington mehr Druck auf Russland ausgeübt werden müsse. Dazu werde er Gespräche mit allen anwesenden Staatsvertretern führen. Gleichzeitig betonte er, dass nun alle sehen würden, dass Russland einen brutalen Krieg gegen sein Land führt, insbesondere gegen die zivile Infrastruktur.
Gespräche mit Trump waren «positiv»
Für Selenski bleibt neben diplomatischen Bemühungen vor allem die Stärkung der ukrainischen Flugabwehr ein zentrales Anliegen. Russland wiederum hält trotz anhaltender Kämpfe an seiner Linie fest und zeigt bislang keine Bereitschaft, von seinen Forderungen abzurücken. Damit bleibt offen, ob die neuen Gespräche tatsächlich Bewegung in die festgefahrenen Friedensbemühungen bringen.
Das Gespräch mit dem US-Präsidenten nannte Selenski «positiv». Auf die Frage, ob sich die Situation nach dem Skandaltreffen zwischen ihm und Donald Trump im Weissen Haus geändert habe, antwortete er: «Die Dynamik hat sich geändert, die Ukraine ist in einer Situation der Stärke. Russland kann den Krieg nicht gewinnen, und Russland steht unter Druck. Insofern haben wir eine Änderung in der Tonalität festgestellt», so Selenski gegenüber Reuters. Er erwarte ein Kriegsende noch vor dem nächsten Winter.