Ukrainische Drohnenangriffe auf russisches Territorium nehmen weiter zu. Nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergei Sobjanin hat die russische Flugabwehr in der Hauptstadt am frühen Dienstagmorgen rund 60 ukrainische Drohnen abgeschossen. Eine davon traf ein Objekt auf dem Gelände einer Ölraffinerie in Moskau.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski veröffentlichte auf X ein Video, das die Flammen zeigen soll.
«Die Raffinerie wurde aus der Entfernung von 500 Kilometern getroffen», so Selenski. «Die Region Moskau bekam die Reichweite der ukrainischen Langstreckenwaffen zu spüren.» Er lobte seine Geheimdienste für «ihre effektive Arbeit». Die Raffinerie liegt etwa 500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt – ein erheblicher Schlag für die russische Infrastruktur.
«Russland muss gezwungen werden, den Krieg gegen unser Volk zu beenden», sagte Selenski weiter. Am Dienstag nimmt der 48-Jährige am G7-Gipfel im französischen Évian teil. Auch dort könnte der Angriff thematisiert werden.
Unterbrechungen im Flugverkehr
Die Auswirkungen des jüngsten Drohnenangriffs waren in Moskau spürbar. An allen vier Flughäfen der Stadt – Domodedowo, Schukowski, Scheremetjewo und Wnukowo – kam es zu Unterbrechungen im Flugverkehr. Starts und Landungen wurden zeitweise gestoppt, hiess es.
Auch im Süden Russlands zeigen die Drohnenangriffe Wirkung. Laut den Behörden wurde in der Region Krasnodar ein Öldepot in der Siedlung Poltawskaja getroffen und geriet in Brand. In sozialen Netzwerken kursieren Videos, die eine dichte Rauchwolke zeigen. Das russische Verteidigungsministerium meldete insgesamt den Abschuss von 172 Drohnen in verschiedenen Regionen, machte jedoch keine Angaben zu Schäden oder Opfern.
Die Ukraine konzentriert sich mit diesen Angriffen gezielt auf die russische Ölindustrie, um den militärischen Nachschub zu behindern und die Energieexporte zu treffen. .