Darum gehts
- Iran erwägt Kamikaze-Delfine gegen US-Schiffe in der Strasse von Hormus einzusetzen
- Experte nennt Strategie «verrückt»
- 2022 setzte Russland Delfine zum Schutz der Schwarzmeerflotte ein
Die US-Blockade der Strasse von Hormus macht der iranischen Ölwirtschaft zu schaffen. Ein Grossteil der iranischen Ölexporte verlässt das Land auf dem Seeweg.
Einem Bericht des «Wall Street Journals» vom Freitag nach, erwägt der Iran deshalb den Einsatz bisher ungenutzter Waffensysteme. Neben U-Booten könnten auch minentragende Delfine gegen US-Kriegsschiffe eingesetzt werden, schreibt die US-Zeitung.
«Sehr verrücktes, asymmetrisches Werkzeug»
Letztere, kuriose Methode der Kriegsführung wurde am Samstag auch bei CNN erörtert. Der Analyst Karim Sadjadpour von der Carnegie-Stiftung für internationalen Frieden sprach im Interview mit der CNN-Journalistin Kaitlan Collins (34) von «Selbstmord-Delfinen». Seine Einschätzung zu der Meldung: «Das ist keine Massnahme, die echte Stärke ausstrahlt.»
Collins fragte verdutzt nach, wie das funktionieren würde, woraufhin Sadjadpour erklärte, dass an den Delfinen Minen befestigt würden, und die Tiere dann US-Kriegsschiffe verfolgen könnten. «Ein sehr verrücktes, asymmetrisches Werkzeug», fasst es der Iran-Experte zusammen.
Die Idee, Delfine im Seekampf einzusetzen, ist nicht neu. Die USA und die Sowjetunion haben die Meeressäuger im Kalten Krieg nachweislich für militärische Zwecke trainiert. Aller Wahrscheinlichkeit nach aber nicht für Kamikaze-Missionen.
Russen schützen Flotte mit Delfinen
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 ging das Kampfdelfin-Programm der Sowjets an das ukrainische Militär über. Mit der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 kamen die Delfine wieder unter die Kontrolle der russischen Marine.
2022 stellte das amerikanische Naval Institute Usni mithilfe von Satellitenbildern fest, dass die russischen Streitkräfte zur Verteidigung ihrer Schwarzmeerflotte Delfine einsetzten. Wahrscheinlich sollten die Tiere feindliche Taucher abwehren.