Darum gehts
- USA und Iran treffen sich am Sonntag auf dem Bürgenstock für Friedensgespräche
- 15 Wochen Krieg: Über 3000 Tote im Iran, 13 tote US-Soldaten
- Kriegskosten bis 1,73 Billionen Dollar, Benzinpreise in USA stiegen um 50 Prozent
15 Wochen nach Kriegsbeginn scheint ein Friedensdeal zwischen den USA und dem Iran so nah wie noch nie. Am Sonntag sollen sich Delegationen aus Teheran und Washington sowie Vermittler aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Pakistan auf dem Bürgenstock treffen, um nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens am Donnerstag mit diplomatischen Gesprächen zu beginnen.
Doch US-Präsident Donald Trumps (80) Angriff auf den Iran am 28. Februar hat seither eine tiefe Schneise gezogen. Tausende Tote, Kriegskosten in Milliardenhöhe und explodierende Spritpreise. Das US-Analyseunternehmen «Moody's Analytics» schätzt die Gesamtkosten des Iran-Krieges für US-Steuerzahler auf 132 Milliarden Dollar (rund 106 Milliarden Franken). Das umfasse Militärausgaben, höhere Energiepreise und Zinsfolgen, wie «Bild» berichtet. Pro Kopf müssten die rund 160 Millionen Steuerzahler in den USA damit über 800 Dollar (rund 640 Franken) zahlen.
Blutige Bilanz des 15-wöchigen Krieges
Ursprünglich als Blitzkrieg gegen das iranische Mullah-Regime geplant, entwickelte sich der Konflikt zu einem blutigen Nahost-Desaster. Mehr als 3000 Menschen starben laut Regierungsangaben im Iran. Der schlimmste Vorfall ereignete sich bei einem Bombenangriff auf eine Schule, bei dem 175 Menschen, darunter viele Kinder, ums Leben kamen. Gleichzeitig führte Israels Krieg gegen die Hisbollah im Libanon zu weiteren 3700 Todesopfern. Auch US-Soldaten zahlten einen hohen Preis: 13 von ihnen verloren ihr Leben – durch Drohnenangriffe, einen Flugzeugabsturz und andere Angriffe im Nahen Osten.
Wirtschaftlich hat Trumps Krieg Milliardensummen verschlungen. Denn zu den 132 Milliarden Dollar für die US-Steuerzahler kommen Schäden an amerikanischen Militärbasen im Nahen Osten im Wert von bis zu 25 Milliarden Dollar. Im Iran wird der Schaden an Infrastruktur und Wirtschaft auf rund 250 Milliarden Dollar geschätzt.
Gesamtkosten könnten über 1 Billion Dollar klettern
An den Zapfsäulen explodierten die Preise. Die dreieinhalbmonatige Blockade der Strasse von Hormus führte zu einem Verlust von 1,1 Milliarden Barrel Öl, wie die Analysefirma Kpler berichtet. Der Benzinpreis schoss durch die Decke. In den USA sogar um rund 50 Prozent nach oben. Verbraucher zahlten laut Berechnungen der Brown University während der vergangenen 15 Wochen nur deshalb 60 Milliarden Dollar (rund 48 Milliarden Franken) mehr (460 Dollar pro Haushalt). Auch die Inflation kletterte auf 4,2 Prozent.
Rechnet man alle geschätzten Kosten des Iran-Krieges zusammen, kommt man auf eine horrende Summe zwischen 542 Milliarden bis 1,73 Billionen Dollar, berichtet «Bild».
Auch die unklare Lage in der Strasse von Hormus dürfte die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges noch weiter beeinflussen. Am Samstag verkündete Teheran eine erneute Schliessung der wichtigen Meerenge. Das US-Centcom dementierte später. Am Samstagabend versprach US-Präsident Donald Trump auf Truth Social eine mautfreie Durchfahrt durch die Strasse von Hormus, auch nach der 60-tägigen Waffenruhe.