Nach dem Unterzeichnen des Friedensabkommens zwischen dem Iran und den USA wurde am Donnerstag das Blockade-Ende der Strasse von Hormus verkündet. Auf Telegram war am Freitag jedoch bereits zu lesen, dass der Iran die Meerenge erneut blockiere. Die Islamische Revolutionsgarde soll angeordnet haben, dass sich keine Schiffe der Strasse von Hormus nähern sollen. Die Meerenge werde geschlossen bleiben, bis sich Israel aus dem Libanon und die USA aus der Region zurückziehen.
Am Samstagnachmittag verkündete der Iran schliesslich offiziell: Die Strasse von Hormus wird erneut geschlossen. Auf Telegram schrieb das Zentrale Hauptquartier Khatam al-Anbiya, der oberste militärische Führungsstab der iranischen Streitkräfte: «Angesichts der offensichtlichen Vertragsbrüche und des offensichtlichen Verstosses gegen das Abkommen seitens der USA hinsichtlich der Nichtumsetzung des ersten Punktes des Abkommens zum Kriegsende sowie als Reaktion auf die unaufhörlichen und fortwährenden Verstösse gegen den Waffenstillstand durch das zionistische Regime im Südlibanon und das gnadenlose Massaker sowie die Vertreibung von Hunderttausenden unterdrückter Menschen dieses Landes und angesichts des Nichtzurückzugs der zionistischen Besatzungstruppen aus den Gebieten des Südlibanon, wird hiermit bekannt gegeben, dass die Strasse von Hormus für den Schiffsverkehr gesperrt wird.»
Zudem fügte Teheran eine Warnung gen Washington an. «Es sei daran erinnert, dass dieser erste Schritt eine Reaktion auf den Vertragsbruch des Feindes ist und dass im Falle einer Fortsetzung der Verstösse weitere Schritte zur Durchsetzung der Einhaltung der Verpflichtungen durch den Feind geplant und umgesetzt werden.»
Erster Punkt umfasst Kriegsende
Insgesamt 14 Punkte werden im Abkommen zwischen den USA und dem Iran thematisiert. Der Deal wurde in der Nacht auf Donnerstag in Versailles unterzeichnet. Der erste Punkt des Abkommens umfasst die Beendigung des Krieges an allen Fronten, einschliesslich im Libanon. Die USA, der Iran und alle Verbündeten verpflichten sich in diesem Punkt, militärische Operationen sofort zu beenden.
Zudem verpflichten sich die beteiligten Parteien, keinen Krieg und keine militärischen Operationen gegeneinander zu beginnen, von der Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander abzusehen und die territoriale Integrität und Souveränität des Libanon zu gewährleisten.
Abkommen steht auf der Kippe
Am Freitagnachmittag hatte Reuters noch berichtet, dass sich Israel und die Hisbollah auf eine Waffenruhe geeinigt haben. «Die Hisbollah und Israel haben einem Waffenstillstand zugestimmt», so ein hochrangiger Beamter gegenüber der Nachrichtenagentur. Zudem sagte er, dass die Unterhändler der USA und Katars die Vereinbarung mit Hilfe des Irans ausgehandelt hätten. «Unseres Wissens herrscht nach dem heutigen Feuergefecht nun zwischen Israel und der Hisbollah ein Waffenstillstand.»
Nun scheint das Abkommen mit dem Iran jedoch erneut auf der Kippe zu stehen. Bereits am Freitagmorgen waren die in der Schweiz geplanten Gespräche zwischen Unterhändlern beider Seiten überraschend verschoben worden.