Darum gehts
- CDU verliert Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern
- Historische Niederlage: CDU schafft mit nur 4,9 Prozent keinen Einzug in den Landtag
- AfD siegt mit 38,2 %; Merz' Kanzlerschaft massiv infrage gestellt
Er spricht von einem «Desaster» – will aber mit «Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld» in seinen Ämtern als CDU-Vorsitzender und Bundeskanzler verbleiben. Bereits fünf Minuten nach Beginn der ersten Hochrechnungen nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin stellte sich der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (70) in der CDU-Parteizentrale vor die Kameras.
Denn die CDU kommt in Mecklenburg-Vorpommern gerade einmal auf 4,9 Prozent der Stimmen – und zieht damit zum ersten Mal in der Geschichte der Partei nicht in einen Landtag ein. Als Sieger der Wahl geht erneut die AfD hervor – mit 38,2 Prozent der Stimmen.
Am Sonntag waren Blicke aus aller Welt gen Deutschland gerichtet. Die Wahlschlappe der CDU und die anschliessende Reaktion von Merz kurz darauf haben über die Grenzen Deutschlands hinaus für Schlagzeilen gesorgt.
«The Telegraph», Grossbritannien
Der britische «Telegraph» titelt mit «Merz stolpert weiter. Aber wie lange noch?». «Friedrich Merz, der streitbare und eigensinnige deutsche Bundeskanzler, hat in einem verzweifelten Versuch, sein Kanzleramt zu retten, alle Register gezogen», schreibt die Zeitung weiter und verweist zugleich auf die niedrigen Zustimmungswerte des Bundeskanzlers von 10 Prozent.
«Le Monde», Frankreich
«Landtagswahlen in Deutschland: Friedrich Merz' Partei erleidet historische Niederlage», titelt «Le Monde». Die französische Zeitung spricht von einer «vernichtenden Niederlage» für die CDU und Bundeskanzler Merz.
«Libération», Frankreich
«Landtagswahlen in Deutschland: AfD gewinnt an Boden, Merz schwächelt», heisst es bei «Libération». «Trotz der Wahlniederlage klammert sich Bundeskanzler Friedrich Merz an die Macht», schreibt die Zeitung weiter und stellt sich die Frage, wie lange das noch so bleiben könne.
«La Stampa», Italien
Die italienische Zeitung «La Stampa» titelt mit einem vernichtenden Urteil: «Der Kanzler überlebt den Hurrikan nicht.» «La Stampa» räumt dabei zumindest ein: «Eines muss man den Deutschen lassen: Sie verharmlosen eine Niederlage nicht, beschönigen nichts und schieben die Schuld nicht auf soziale Medien, das Wetter oder andere Widrigkeiten.» Das helfe Merz jedoch auch nicht, um im Amt zu bleiben, resümiert die Zeitung.
«El País», Spanien
«Das Wahldebakel der CDU von Bundeskanzler Merz stellt die Regierungskoalition infrage», titelt «El País». «Der Kanzler ist unbeliebt, seine Umfragewerte sind katastrophal, und eine Besserung ist nicht in Sicht», schreibt die Zeitung weiter.
«Bild», Deutschland
Im Land des Bundeskanzlers selbst wimmelt es nur so von Schlagzeilen. «Um 00.04 Uhr flog die CDU endgültig aus dem Landtag», titelt «Bild» und schreibt von einem «historischen CDU-Debakel».
«Spiegel», Deutschland
«Natürlich stellt sich die Kanzlerfrage», heisst es bei «Spiegel». Die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin zeigten, wie gross die Verunsicherung und Wut in Teilen des Landes sei, findet die Zeitung.
«Süddeutsche Zeitung», Deutschland
«Bringt die CDU noch genug Geduld auf für Friedrich Merz?», fragt sich die «Süddeutsche Zeitung». Nach der Niederlage der CDU habe sich Friedrich Merz trotzdem festgelegt – «auf sich selbst, als Kanzler und Parteichef», schreibt die Zeitung und stellt die Frage: «Wie lange geht das gut?»
«Frankfurter Allgemeine Zeitung», Deutschland
«Deutschland braucht eine neue bürgerliche Partei», findet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Der Niedergang von Union und FDP sei selbstverschuldet, so die Zeitung weiter und resümiert: «Sie haben, wie die SPD, den Kontakt zur arbeitenden Bevölkerung verloren.»
«New York Times», USA
«Friedrich Merz, der unbeliebte und zunehmend unter Druck geratene deutsche Bundeskanzler, hat am Sonntagabend versichert, dass er im Amt bleiben werde», schreibt die «New York Times».
CNN, USA
«Ist Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz dem Untergang geweiht, weil die extreme Rechte erneut gewinnt?», fragt sich CNN. «Die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin haben nicht nur die noch kaum verheilten Wunden der Sachsen-Anhalt-Wahl vom 6. September wieder aufgerissen, sondern die Partei auch in neue Tiefen der Unbeliebtheit gestürzt», schreibt der US-Sender weiter.
«South China Morning Post», Hongkong
«Desaster: Deutschlands angeschlagener Kanzler erleidet schwere Wahlniederlage», schreibt die «South China Morning Post». Nun stehe der Kanzler unter enormem Druck, so die Zeitung.