Mehrere Anschläge in wenigen Tagen
Deutsches Stromnetz im Visier von Saboteuren

Drei mutmassliche Anschläge in einer Woche: In Deutschland häufen sich Sabotageakte auf das Stromnetz. Jüngst wurde ein Umspannwerk in Ganderkesee bei Bremen Ziel eines Polizeieinsatzes wegen verdächtiger Umstände.
Kommentieren
1/6
Mehrere Anschläge auf deutsche Kraftwerke in wenigen Tagen.
Foto: imago/Jochen Tack

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Vier Sabotageakte auf deutsche Stromnetze allein in dieser Woche gemeldet
  • In Brandenburg wurden Pyro-Raketen mit Sprengsätzen auf Umspannwerk geschossen
  • Drei bestätigte Anschläge seit 1. September 2026, Ermittlungen laufen weiter
Mattia_Jutzeler_Redaktor News_Blick_1.jpg
Mattia JutzelerRedaktor News

Das deutsche Stromnetz wird in letzter Zeit immer häufiger zum Ziel von Sabotageakten. Allein in dieser Woche kam es zu vier Polizeieinsätzen im ganzen Land.

Am Freitagmorgen meldete die «Bild» den neuesten Einsatz an einem Umspannwerk in Ganderkesee bei Bremen. Die Anlage wurde weiträumig abgesperrt. «Verdächtige Umstände» hätten den Polizeieinsatz ausgelöst, so eine Sprecherin. «Es wurde eine Feststellung gemacht, die eine polizeiliche Überprüfung erforderlich machte.»

Das Gebiet wurde mit einem Helikopter abgesucht. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei kam es jedoch zu keinem Brand oder einer sonstigen Beschädigung am Umspannwerk. Die Ermittlungen dauern an.

Anschlag auf Kraftwerk in Brandenburg

Dass die Polizei in Deutschland im Moment extra vorsichtig ist, wenn es um potenzielle Anschläge auf Kraftwerke geht, ist nicht verwunderlich. Drei mutmassliche Anschläge gab es seit Dienstag im ganzen Land. Als Erstes geriet das Umspannwerk eines grossen Kohlekraftwerkes in Brandenburg ins Visier von Saboteuren.

Die Polizei entdeckte Sprengvorrichtungen in der Nähe der Anlage. Das Umspannwerk selbst wurde laut Medienberichten mehrmals mit selbstgebauten Pyro-Raketen beschossen, die mit Sprengsätzen ausgestattet waren. Ein grösserer Stromausfall konnte verhindert werden.

Bekennerschreiben aufgetaucht

In Dormagen, zwischen Köln und Düsseldorf, wurde ebenfalls ein verdächtiger Gegenstand in der Nähe eines Umspannwerkes gefunden, wie unter anderem «Focus» berichtete. Ganz in der Nähe, in Bergheim, wurden derweil laut der deutschen Tagesschau Kurzschlüsse an einem Umspannwerk ausgelöst.

Die Vorfälle könnten zusammenhängen. Laut dem Westdeutschen Rundfunk ist ein Bekennerschreiben zu den Anschlägen aufgetaucht.

So fahnden die Beamten wohl gerade nach einem Mann aus dem Raum Gevelsberg, einer Kleinstadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Das handgeschriebene Bekennerschreiben liege der Polizei Köln vor. Der Verfasser will demnach mit seiner Aktion gegen die fossile Energieindustrie vorgehen.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen