Angriff auf zwei Kraftwerke
Deutsche Polizei ermittelt wegen Terrorverdachts

Sprengstoff-Alarm in Brandenburg: Am Dienstag wurden am Umspannwerk des Kraftwerks Jänschwalde nahe der polnischen Grenze mutmasslich selbstgebaute Sprengvorrichtungen entdeckt. Auch in der Nähe von Köln kam es zu einem Anschlag auf ein Umspannwerk.
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Am Dienstag wurden am Umspannwerk des Kraftwerks Jänschwalde Spreng- und Brandvorrichtungen entdeckt.
Foto: IMAGO/Andreas Franke

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Verdächtige Raketen bei Umspannwerk Jänschwalde in Brandenburg entdeckt
  • Selbstgebaute Sprengvorrichtungen sollten offenbar Stromausfall verursachen
  • Versorgung blieb stabil, Sicherheitskräfte entschärften alle Gefährdungen

Vorfall bei einem Kohlekraftwerk im deutschen Bundesland Brandenburg. Am Umspannwerk des Kraftwerks Jänschwalde nahe der Grenze zu Polen wurden am Dienstag mehrere verdächtige Gegenstände gefunden.

Laut der «Märkischen Allgemeinen Zeitung» handelt es sich um Vorrichtungen für mit Sprengstoff bestückte Raketen. Nach Informationen von «Bild» handelt es sich um selbstgebaute Pyro-Raketen.

Bunte Silvesterraketen?

Auch das Unternehmen 50 Hertz, das das Umspannwerk betreibt, hat sich zu den Flugkörpern geäussert: «Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte die versuchte Sachbeschädigung durch selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln», so ein Sprecher des Unternehmens. «Vor Ort wurden weitere noch nicht gestartete Flugkörper gefunden», ergänzte der Sprecher gegenüber «Focus».

Eine Augenzeugin erzählte gegenüber dem Newsportal, dass sie eine Rakete im Wald gesehen habe, die «etwa 40 Zentimeter hoch und bunt» gewesen sei. Der Innenminister Brandenburgs, Jan Redmann, stellte aber klar: «Das waren ganz sicher keine Silvesterraketen. Es hat sich aber nicht um Spezialistenwissen gehandelt, sondern um irgendwas dazwischen.» Was genau, werde noch ermittelt.

Polizei ermittelt wegen Terrorverdacht

Das Umspannwerk soll mindestens einmal von einer solchen Rakete getroffen worden sein, schreibt die «Märkische Allgemeine Zeitung». Eine wortwörtliche «Raketen-Attacke» bestätigte die Polizei nicht. Was aber bestätigt wurde, ist, dass es mindestens eine Detonation gegeben habe.

Ausserdem bestätigte die Polizei mögliche Sachbeschädigungen an einer Leitung. Der Kraftwerksbetreiber Leag spricht von einem Anschlag auf das Umspannwerk.

Am Mittwoch teilte das Polizeipräsidium in Potsdam schliesslich mit, dass nach der Sabotageaktion in Brandenburg nun wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt werden. Auch wegen des Verdachts der Störung öffentlicher Betriebe, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sowie Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel werden Ermittlungen aufgenommen.

Zweiter mutmasslicher Anschlag bei Köln

Nach dem mutmasslichen Anschlag in Brandenburg kam es am Dienstagabend auch in einer Anlage der Energieversorger RWE und Amprion in Bergheim bei Köln offenbar ebenfalls zu einer Sabotageaktion an einem Umspannwerk. Fünf RWE- Kohlekraftwerksblöcke mussten vom Netz, wie der Sender WDR berichtete.

Noch ist unklar, was genau am Umspannwerk passiert ist. Eine möglichen Attacke mit einer oder mehreren Drohnen wird jedoch untersucht.

Grösstes Kraftwerk in Brandenburg

Sicherheitskräfte konnten in Brandenburg die restlichen Geschosse sicherstellen und entschärfen, ohne dass diese explodierten. Dies gab eine Mediensprecherin der Polizei gegenüber Reuters an. Sie sprach auch von einer «unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtung» an ‌einer Leitung in Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde. Die Polizei nehme den Vorfall «sehr ernst».

Ob ein Schaden entstand, sei Teil der Ermittlungen. Die gefundenen Vorrichtungen sind mutmasslich selbstgebaut. Das sollen Fotos zeigen, die der Zeitung vorliegen.

Das Kraftwerk Jänschwalde ist das grösste Kraftwerk in Brandenburg. Das Stromnetz des zuständigen Netzbetreibers «50Hertz» erstreckt sich laut Angaben auf der Firmenwebsite über den gesamten Osten des Landes sowie Berlin und Hamburg.

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«Kurzzeitige Leitungsunterbrechung»

Das vermutete Ziel der Attacke war offenbar ein grossflächiger Stromausfall des Kohlekraftwerks, heisst es im Artikel der «Märkischen Allgemeinen» weiter. Laut dem Netzbetreiber ist es aber lediglich zu einer «kurzzeitigen Leitungsunterbrechung» gekommen. Verletzte gab es keine.

Der Netzbetreiber arbeite aktuell «eng mit den zuständigen Sicherheitsbehörden zusammen, um die Situation aufzuklären». Die Bevölkerung der Region solle zudem wachsam bleiben. «Melden Sie verdächtige Personen und Vorkommnisse der Polizei.»

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