Darum gehts
- CDU-Politiker Bernd Prange spendet 10'000 Euro an die AfD in Sachsen-Anhalt
- Prange will Parteiausschluss provozieren und kündigt an, AfD zu wählen
- CDU Sachsen-Anhalt prüft Parteiausschluss
Der CDU-Politiker Bernd Prange (59), Ortsbürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe in Sachsen-Anhalt, hat der AfD 10'000 Euro gespendet und damit seine Partei gegen sich aufgebracht.
Im Gespräch mit «Focus» erklärte der 59-Jährige, er wolle mit der Spende einen Parteiausschluss provozieren. «Ich will, dass sie mich rausschmeissen.» Zudem kündigte er an, bei der Landtagswahl am 6. September die AfD zu wählen.
«Finde ich nicht gut»
Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (47, CDU) zeigte sich empört: «Finde ich nicht gut. Kann ich ganz klar sagen.» Gleichzeitig hielt er sich mit einer klaren Aussage zu einem möglichen Parteiausschluss zurück: «Wir werden uns nach der Wahl mit dem Thema beschäftigen. Aber jetzt ist es Wahlkampf, jetzt haben wir andere Themen.»
Deutlichere Worte fanden Parteikollegen aus dem Magdeburger Landtag. Ulrich Thomas (CDU) kritisierte Prange scharf: «Früher, bei der Armee, hätte man jemanden wie ihn als Kameradenschwein bezeichnet.» Sein Verhalten sei «einfach nur niederträchtig».
Prange will CDU-«Linkskurs» beenden
Prange hatte in einem offenen Brief zudem erklärt, er wünsche sich ein starkes AfD-Ergebnis, damit die Partei allein regieren könne. Dies solle die CDU dazu bewegen, die «Brandmauer» zur AfD aufzugeben und ihren «Linkskurs» zu beenden. Er sei in «tiefer Sorge ums Land», so Prange weiter. Die sogenannte Brandmauer der CDU bezeichnet den festen politischen Beschluss, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten.
Auch die Einstufung des AfD-Landesverbands Sachsen-Anhalt als rechtsextremistisch durch den Verfassungsschutz ändere nichts an seiner Haltung. Die AfD sei «demokratisch gewählt», so Prange.
Die CDU in Sachsen-Anhalt distanzierte sich klar von Pranges Aktion. Generalsekretär Mario Karschunke bezeichnete die Spende als möglicherweise «sehr schwerwiegenden parteirechtlichen Vorgang». Der Kreisvorstand in Stendal soll nun über ein Parteiausschlussverfahren beraten.