Darum gehts
- Gerücht: 24. April als angeblich gefährlichster Tag für Frauen verbreitet
- Falsche Behauptung sorgt in sozialen Netzwerken für Verunsicherung und Diskussionen
- Hoax seit Jahren widerlegt, trotzdem weiterhin kursierend
«Ist der 24. April für Frauen wirklich der gefährlichste Tag im Jahr?» – solche Fragen junger Nutzerinnen schiessen derzeit durch Tiktok. Einige Mädchen zeigen sich verunsichert, andere halten dagegen. Was viele nicht sofort erkennen: Hinter den viralen Clips steckt ein alter, gefährlicher Fake.
Immer wieder wird behauptet, der 24. April sei ein Tag, an dem Übergriffe auf junge Mädchen angeblich «erlaubt» seien. Diese menschenverachtende Behauptung ist frei erfunden – hält sich aber hartnäckig. Denn die Videos verbreiten sich rasant und erreichen viele, bevor Einordnungen folgen.
Schulen verschicken Elternbriefe
In der deutschen Stadt Aachen sprach das Schulamt zahlreiche Warnungen vor dem Hintergrund des Fake-News-Trends aus, wie die «Aachener Zeitung» berichtet. Tobias Grundmann, Leiter des Fachbereichs Jugend und Schule, weist in einem Schreiben darauf hin, dass in sozialen Medien derzeit Videos kursieren, die einen angeblichen «National Rape Day» thematisieren. Darin werde «fälschlicherweise behauptet, sexuelle Übergriffe auf Mädchen und Frauen seien am Freitag, dem 24. April, legal und straffrei».
Grundmann ruft die Schulen dazu auf, einen «sensiblen und aufmerksamen Umgang» mit den kursierenden Inhalten zu treffen. Mehrere Schulen sollen die Warnung bereits an die Eltern der Kinder verschickt haben.
Mahnwache angekündigt
In der Stadt Norden (Ostfriesland) hat der falsche «National Rape Day» eine Demonstration ausgelöst. Die Linksjugend Norden hat für Freitag eine Mahnwache angekündigt. Es soll daran erinnert werden, dass Gewalt an Frauen unerwünscht ist – am 24. April wie an jedem anderen Tag im Jahr, schreibt die «Neue Osnabrücker Zeitung».
Solche Falschmeldungen verbreiten sich rasant, weil sie Angst und Empörung triggern – genau das, was Algorithmen belohnen.
Tückische Dynamik
Der Trend taucht seit fünf Jahren jährlich auf Tiktok auf und hat sich in den deutschsprachigen Raum verlagert. Das ursprüngliche Tiktok wurde mittlerweile von der Plattform gelöscht.
Die Dynamik ist tückisch. Viele junge Nutzer sehen erst das Video, scrollen weiter und merken nicht, dass Kommentare es entkräften. Die Lüge bleibt so in den Köpfen hängen. Deshalb sehen Schulen 2026 erneut erhöhte Anfragen von verunsicherten Eltern.