Lukratives Top-Treffen im Zürcher Zunfthaus zur Saffran
Für diese Geschäfte kommt Trump Jr. diese Woche nach Zürich

Donald Trump Jr. reist nach Zürich zu einem Treffen mit Investoren und Wirtschaftsbossen. Der Besuch wirkt unspektakulär – führt aber direkt zur grössten Kritik an der Trump-Familie: der Vermischung von politischer Macht und privaten Geschäften.
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Kein Amt, viel Einfluss: Donald Trump Jr. steht im Zentrum der Debatte um die Geschäfte der Trump-Familie.
Foto: AFP via Getty Images

Darum gehts

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Chiara SchlenzAusland-Redaktorin

Wenn Donald Trump Jr. (48) am Donnerstag durch die Türen des Zürcher Zunfthauses zur Saffran tritt, reist nicht nur der Sohn des US-Präsidenten in die Schweiz. Es kommt einer der wichtigsten Geschäftsmänner im Trump-Kosmos – und jemand, dessen Rolle exemplarisch für die grösste Kritik an der zweiten Trump-Regierung steht.

Offiziell nimmt Trump Jr. am exklusiven «Global Economic Roundtable» teil, so «Finews». Hinter verschlossenen Türen diskutieren dort Investoren, Firmenchefs und Finanzgrössen über geopolitische Risiken, Kapitalströme und die Zukunft der Weltwirtschaft. Kaum jemand sitzt näher an der Macht als der Sohn des US-Präsidenten – entsprechend gross ist das Interesse am Gast aus den USA.

Wer ist dabei?

Organisiert wird der Anlass von Davos Lodge, einer Netzwerkorganisation für Wirtschafts- und Politikeliten. Unter dem Motto «Who Shapes the Global Economy?» treffen sich ausgewählte Gäste zu einer Diskussionsrunde und einem privaten Dinner.

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Donald Trump Jr. reist für ein exklusives Treffen mit Investoren und Wirtschaftsgrössen nach Zürich.
Foto: Getty Images

Zu den Teilnehmern gehören unter anderem John Koudounis (60), Chef des Vermögensverwalters Calamos Investments, DP-World-Finanzchef Anil Mohta, Bloomberg-Manager Felippe Velloso, der ägyptische Unternehmer Shafik Gabr, der tschechische Immobilieninvestor Luděk Sekyra (62) sowie Mohamed Marshall, Präsident der Hafenbehörde von Somaliland.

Warum Zürich?

Der Besuch kommt für Trump Jr. zum richtigen Zeitpunkt. Während sein Vater im Weissen Haus sitzt, befindet sich das Familienimperium auf globalem Expansionskurs. Die Trump Organization plant neue Luxusprojekte in Saudi-Arabien, Katar, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Gleichzeitig investieren die Brüder Donald Jr. und Eric Trump (42) in Kryptowährungen, Technologieunternehmen, Drohnenhersteller und Rohstofffirmen.

Für all diese Geschäfte braucht es Kapital, Investoren und Kontakte. Genau diese sitzen am Donnerstag mit Donald Trump Jr. an einem Tisch. Der Zürcher Anlass versammelt Vertreter grosser Investmenthäuser, Infrastrukturkonzerne und internationale Unternehmer – also jene Personen, die Projekte finanzieren, Partnerschaften vermitteln oder Türen zu neuen Märkten öffnen können.

Offiziell geht es um die Frage, wer die Weltwirtschaft gestaltet. Für Trump Jr. bietet das Treffen aber auch die Möglichkeit, sein internationales Netzwerk weiter auszubauen.

Der Sohn des Präsidenten als Geschäftsmann

Denn während Donald Trump (79) im Weissen Haus sitzt, führt sein ältester Sohn gemeinsam mit Bruder Eric Trump grosse Teile des Familienimperiums. Gleichzeitig baut Donald Trump Jr. sein eigenes Netzwerk aggressiv aus – in Branchen, die oft direkt von politischen Entscheidungen profitieren.

Besonders umstritten ist etwa sein Engagement beim Rohstoff-Start-up Vulcan Elements. Das Unternehmen erhielt vergangenes Jahr eine Zusage für einen Pentagon-Kredit über 620 Millionen Dollar. Recherchen von ProPublica zeigten später, dass die Finanzierung intern als Priorität des Weissen Hauses behandelt worden sein soll. Trump Jr.s Investmentfirma war zu diesem Zeitpunkt bereits bei Vulcan eingestiegen. Kritiker sprechen von einem klassischen Interessenkonflikt: Die Familie des Präsidenten verdient an Firmen mit, die von Regierungsentscheiden profitieren könnten.

Auch im boomenden Drohnenmarkt mischt Trump Jr. mit. Er investierte in mehrere Unternehmen, die von milliardenschweren Aufrüstungs- und Technologieprogrammen der US-Regierung profitieren könnten.

Die neue Trump-Währung

Noch auffälliger ist die Entwicklung im Kryptobereich. Trump Jr. investiert inzwischen in Firmen, die auf Kryptowährungen, digitale Finanzprodukte und sogenannte Prediction Markets setzen – Plattformen, auf denen Nutzer auf politische oder wirtschaftliche Ereignisse wetten.

Er berät die Unternehmen Kalshi und Polymarket, während seine Investmentfirma 1789 Capital gleichzeitig in Polymarket investiert hat. Ethikexperten warnen, dass bereits die Nähe zum Präsidenten Fragen aufwerfe: Wer profitiert von politischen Entscheidungen? Und wer kauft sich mit Trump-Verbindungen Einfluss?

Für viele Unternehmen ist der Nachname Trump inzwischen selbst zum Geschäftsmodell geworden. Seit dem Wahlsieg seines Vaters wurde Trump Jr. Verwaltungsrat, Berater oder Investor bei einer ganzen Reihe neuer Firmen. Ein Forbes-Reporter formulierte es kürzlich so: «Wer die Gunst der Regierung sucht, hat einen offensichtlichen Grund, den Präsidentensohn an Bord zu holen.»

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