Leser fährt Stunden für Ersatzflug durch Sizilien – doch der Flieger fehlt
«Man hat uns über die halbe Insel geschickt und dann sitzengelassen»

Am Flughafen Catania kam es nach dem Ätna-Ausbruch zu einem Reise-Chaos. Die Fluggesellschaft informierte einen Leser über einen Ersatzflug in Palermo. Doch als er nach stundenlanger Fahrt dort ankam, strandete er. Denn der Flughafen hatte nicht mehr genug Flieger.
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Am Samstag ist der Vulkan Ätna auf Sizilien ausgebrochen. Am nahe gelegenen Flughafen Catania kam es deshalb zu Einschränkungen im Flugverkehr.
Foto: Imago

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Vulkanausbruch auf Sizilien bringt Flugverkehr durcheinander
  • Fluggesellschaft schickt Blick-Leser für Ersatzflug von Catania nach Palermo, doch der Flughafen hat dafür überhaupt keinen Platz
  • Betreuungskosten werden von Edelweiss übernommen
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Wenn der grösste aktive Vulkan Europas auf Sizilien ausbricht, hat das Folgen für den Flugverkehr. Wenn man dann von der Fluggesellschaft auch noch für den Ersatzflug über die ganze Insel geschickt wird, den es am Ende gar nicht gibt, ist das Reise-Chaos perfekt. Diese Odyssee erlebte Blick-Leser Felix T.* (42), der am Samstagmorgen von Catania aus zurück nach Zürich fliegen wollte.

Doch als T. kurz vor 5 Uhr am Samstag aufwachte, meldete ihm die Swiss-App auf dem Handy, dass sein Flug LX8399 wegen des Vulkanausbruchs nicht wie geplant um 8.45 Uhr starten könne. Weitere Informationen sollten später kommen. Schliesslich entschieden sich T. und seine Kollegengruppe, an den Flughafen von Catania zu fahren – schliesslich mussten sie ihre Check-out-Zeit einhalten und zudem ihren Mietwagen zurückgeben.

Blick-Leser fährt stundenlang für Ersatzflug

In der Swiss-App tauchte nun die Meldung auf, dass ihr Flug auf 17.20 Uhr verschoben wurde. Doch bei ihrer Ankunft im Flughafen kam plötzlich eine Mail von Swiss, dass der Flug nun doch ab Palermo fliegen sollte. Die Reise zum anderen Flughafen sollten die Flugreisenden selbst organisieren, hiess es weiter in der Nachricht. «Gut, also nochmals ein Mietauto auf eigene Kosten geordert. Das war ein Spass, noch einen Anbieter zu finden, bei dem man das Auto in Palermo abstellen kann. Wir blieben hartnäckig und haben einen gefunden, für läppische 300 Euro plus Benzin. Stress pur», erzählt der Leser.

Nach knapp drei Stunden Fahrt quer über die Insel kam die vierköpfige Gruppe schliesslich in Palermo an. Ein Blick auf die Anzeigetafel machte noch Hoffnung, denn dort war der Flug um 17.20 Uhr nach Zürich angeschrieben. Dann die Schocknachricht: «Nach Erkundigung beim Bodenpersonal gab es diesen Flug jedoch nicht.» Neben der Gruppe des Blick-Lesers seien vor Ort noch zahlreiche weitere Schweizer Passagiere gestrandet. 

Arbeitsausfall und Mehrkosten von 3500 Euro

«Unendliche Telefonate mit der Swiss, abgebrochene Telefonate und absolut kein Lösungsansatz, kein Ersatzflug», beschreibt T. die Situation. «Das Traurige dabei ist, dass die Swiss uns über die halbe Insel geschickt hat und alle vor Ort hat sitzenlassen», meint der Leser. 

Schliesslich gelang es T. nach langem Bemühen, einen Flug für Dienstagmorgen zu organisieren. Doch die damit verbundenen Umstände sind enorm: Arbeitsausfall, zusätzliche Hotel- und Verpflegungskosten für mehrere Tage sowie Kosten für den weiteren Mietwagen. «Schaut, es ist kein Weltuntergang. Zu viert haben wir aber schnell mal 3500 Euro liegenlassen für Auto und Unterkunft bis dorthin. Hätte die Swiss von Anfang an korrekt kommuniziert, hätten Umtriebe und Kosten gespart werden können!», findet der Leser.

Flughafen Palermo geriet an Kapazitätsgrenzen

Und was sagt die Fluggesellschaft? Tatsächlich handelt es sich bei Flug LX8399 um einen Code-Sharing-Flug zwischen den Schwestergesellschaften Swiss und Edelweiss. Über Swiss war der Flug zwar buchbar, organisiert wurde er jedoch durch Edelweiss. Edelweiss-Mediensprecher Andreas Marti drückt gegenüber Blick sein Bedauern über die entstandenen Umstände aus. 

«Aufgrund der Einschränkungen am Flughafen Catania durch den Vulkanausbruch wurde Palermo als Ausweichflughafen anvisiert», erklärt Marti. Doch der Platz im kleineren Flughafen in Palermo ist begrenzt. «Der Flughafen Palermo konnte aufgrund der hohen Anzahl von Extraflügen aus Catania unsere Flüge nicht mehr abfertigen. Unsere Ersatzflüge mussten deshalb storniert werden», so der Edelweiss-Mediensprecher.

Edelweiss übernimmt Betreuungskosten

Neben Blick-Leser Felix T. seien alle Reisenden von dem Ausfall von Flug LX8399 betroffen gewesen. «Wir haben jedoch keine Information, wie viele Kunden sich auf den Weg nach Palermo gemacht haben oder nicht mehr reisen wollten», sagt Marti. Auch von Catania aus wurden alle Flüge nach Zürich am Samstag storniert. 

Und was macht der Blick-Leser nun mit den Extrakosten? «Edelweiss übernimmt die Betreuungskosten (Hotel, Verpflegung, Transport). Indirekte Kosten wie zum Beispiel ein Arbeitsausfall sind mit der Reiseversicherung zu klären», sagt der Mediensprecher. 

Und tatsächlich: Am Sonntagmittag meldet sich Felix T. nochmals bei Blick. Endlich sei Bewegung in die Sache gekommen, sagt er. Am Sonntag hat er erneut mit Swiss telefoniert, da er dort seinen Flug gebucht hatte. «Jetzt haben wir einen Link erhalten, damit wir die Belege für die Zusatzkosten einreichen können», so der Blick-Leser. 

* Name geändert

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