Darum gehts
- Zwei Touristinnen stecken in Schlammbecken im Molentargius-Naturpark fest
- Sie ignorierten Warnschilder und versanken bis zur Hüfte in den weichen Sedimenten
- Ihnen drohen hohe Geldstrafen wegen Verstosses gegen die Schutzgebietsauflagen
Lagunen so weit das Auge reicht, ausgedehnte Schilfgürtel, watende Flamingos – und dazwischen zwei Touristinnen, die bis über die Hüfte in zähem Schlamm feststecken. Im Molentargius-Naturpark, im Süden Sardiniens, kam es am Montag zu einem bizarren Vorfall. Trotz zahlreich vorhandener Verbots- und Gefahrenschilder betraten zwei Touristinnen ein Verdunstungsbecken, wie die Nachrichtenagentur «Ansa» berichtet.
Doch die Sperrzone gilt nicht umsonst in dem gefährlichen Becken. In der weichen Schlammmasse versanken die beiden Frauen schnell bis über die Hüfte. Aus eigener Kraft konnten sie sich nicht mehr befreien, wie ein Tiktok-Video zeigt. Die Feuerwehr rückte schliesslich an, um die versunkenen Touristinnen aus ihrer misslichen Lage zu retten.
«Die Oberfläche der Sedimente verbirgt tückische Bedingungen»
Marianna Mossa, die Direktorin des Parks, sprach gegenüber «Ansa» von einem «Vorfall, der weitaus schwerwiegendere Folgen hätte haben können, wenn die Feuerwehr nicht rechtzeitig eingeschritten wäre». Sie betonte, dass die Beschränkungen im Naturschutzgebiet dem Schutz der Vogelwelt und des Gleichgewichts des empfindlichen Ökosystems dienten.
Darüber hinaus stehe die Sicherheit der Besucher im Vordergrund: «Die Becken sind weder zugänglich noch passierbar: Die Oberfläche der Sedimente mag stabil erscheinen, verbirgt aber äusserst tückische Bedingungen. Die Gefahr, einzusinken, kann jederzeit auftreten», ergänzte Mossa.
Es drohen hohe Geldstrafen
Die beiden Touristinnen sind nach ihrer Aktion mit dem Schrecken davongekommen. Der Vorfall dürfte sie jedoch teuer zu stehen kommen. Laut Mossa drohen bei Verstössen gegen die Schutzgebietsauflagen «beträchtliche Geldstrafen».
Immer wieder bringen sich Touristen in bizarre Notlagen – indem sie Warnschilder ignorieren oder sich allgemeingültigen Regeln entziehen.
Touristen fliehen vor aktivem Vulkan
Trotz ausdrücklicher Warnungen der Behörden und klar ausgewiesener Gefahrenzonen stiegen mehrere Berggänger im April extrem nah an den Krater des aktiven Vulkans Santiaguito in Guatemala auf. Dann brach der regelmässig explosive Vulkan in heisse Aschewolken aus. Nur mit ausserordentlichem Glück konnten sich die Touristen vor dem ausgespuckten Gesteinsmaterial retten.
Rentnerin treibt während Fotoposen auf Eisscholle davon
Die Jökulsárlón-Gletscherlagune auf Island ist für ihre mächtigen Eisschollen und Eisberge bekannt. Einige Touristen gehen für das perfekte Erinnerungsfoto jedoch ein grosses Risiko ein und begeben sich aufs Eis. Dabei warnen zahlreiche Schilder vor den gefährlichen Strömungen an isländischen Stränden.
Über die Warnungen setzte sich auch die Grossmutter der US-Amerikanerin Catherine Streng auf einem Island-Trip 2019 hinweg. Weil eine Eisformation wie ein «Thron» geformt schien, setzte sich die Rentnerin darauf, um sich fotografieren zu lassen, erzählte Streng gegenüber «Global News». Doch dann liess eine kräftige Welle die Eisscholle brechen und das Grosi trieb plötzlich in die offene See. Ein Bootskapitän rettete die Rentnerin schliesslich und brachte sie zurück an Land.
Touristinnen werden von Flut in Höhle eingeschlossen
Der Küstenabschnitt rund um die französische Gemeinde Étretat in der Normandie ist für seine malerische Landschaft und spektakulären Felsformationen bekannt. Besonders beliebt bei Touristen ist das kleine Felsloch Trou à l'homme, welches nur bei Ebbe durchquert werden kann. Doch trotz Verbotsschildern und bekannter Gezeitentabellen wandern regelmässig Touristen durch den Tunnel an den Strand dahinter. Wenn die Flut kommt, schneidet das ansteigende Meer jedoch den Rückweg ab und spült die Höhle zu. So erging es 2023 zwei britischen Touristinnen, die plötzlich festsassen. Fünf Rettungsfahrzeuge und sieben Feuerwehrleute rückten an, um die eingeschlossenen Frauen zu befreien.