Darum gehts
- Katie Zacharia tritt nach fünf Tagen als Trumps Pressesprecherin zurück; Trump äusserte Zweifel
- Beim ersten Briefing wirkt Zacharia unsicher, beantwortet drei Fragen und beendet es nach 14 Minuten
- US-Medien berichten, Zacharia habe die Anwaltsprüfung 2011 nicht bestanden und nie wiederholt
Katie Zacharias Karriere als Pressesprecherin ist vorbei. Nach nur fünf Tagen im Amt zieht sich die 41-Jährige vom Posten zurück. Was gab den Ausschlag und wie liefen Zacharias letzte 72 Stunden im Amt ab? Ein Protokoll der Geschehnisse.
Dienstagmorgen – Erstes Pressebriefing
Bei ihrem ersten Pressebriefing am Dienstag wirkt Zacharia unsicher. Sie beantwortet lediglich drei Fragen – eine Frage zur Weitergabe von Geheimdienstinformationen an die Ukraine kann sie nicht beantworten. Nach 14 Minuten ist das Pressebriefing beendet.
Später erklärt sie, ihr «Bestes» gegeben zu haben. «Ich habe das Gefühl, dass ich mich bei der Pressekonferenz wirklich ins Zeug gelegt habe», sagt sie dem Moderator Sean Hannity in einem Interview. «Ich hatte nur sehr wenig Zeit zur Vorbereitung und habe die Unterlagen erst am Dienstagmorgen erhalten.»
Dienstagmorgen – Interview mit Trump vor dem Weissen Haus
Vor seiner Abreise nach Alaska beantwortet US-Präsident Trump einige Fragen von Reportern. Ein Journalist fragt den Präsidenten, wo Zacharia ihre Anwaltsprüfung bestanden habe. Er dreht sich zu seiner Pressesprecherin um. Sie sagt: «Als ich nach China gezogen bin.»
Zacharia erklärt später gegenüber der «New York Times», sie habe die Frage wegen des Lärms des Präsidentenhelikopters «falsch verstanden» und geglaubt, der Journalist habe gefragt: «Wo waren Sie nach Ihrem Jusstudium?»
Dienstagnachmittag – Insider äussern Zweifel
Anonyme Insider aus dem Weissen Haus beginnen, Zacharias Position zu untergraben. «Sie sah aus, als hätte man ihr in letzter Minute ein Blatt Papier in die Hand gedrückt und sie wäre nicht richtig vorbereitet gewesen», sagt eine Quelle aus dem Trump-Umfeld gegenüber der «Daily Mail».
Mittwoch – Druck steigt
US-Medien recherchieren zu Zacharias beruflichem Hintergrund und ihren Angaben, Juristin beziehungsweise Anwältin zu sein. Dabei wird bekannt, dass sie in Kalifornien 2011 die Anwaltsprüfung nicht bestanden und diese später nicht erneut abgelegt hat. In mehreren Social-Media-Posts soll sie sich jedoch als «attorney» bezeichnet haben – ein Begriff, der nur verwendet werden darf, wenn man entsprechenden Abschluss vorlegen kann.
Donnerstag – Interviews und Rechtfertigungsversuche
Zacharia erklärt in dem Interview mit Fox-News-Moderator Sean Hannity, dass es sich puncto juristische Qualifikationen um ein Missverständnis handelt. Sie habe sich selbst immer als «lawyer» bezeichnet. Ein Begriff, der genutzt werden darf, wenn man ein Jusstudium absolviert hat. Sie habe extra Rechtsexperten konsultiert.
Hannity stellt ungewöhnlich kritische Fragen. US-Präsident Donald Trump dürfte die Show gesehen haben, denn laut seinem Umfeld tut er das regelmässig.
Freitag – Ende der Amtszeit
Am Morgen versucht Zacharia erneut, die Wogen um ihre Person zu glätten. Sie gibt ein Interview mit Fox & Friends. Dort wird sie gefragt, ob sie das Vertrauen des Präsidenten besitze. Zacharia antwortet: «Ich stehe hier und durfte ihn auf seiner Reise durch die Wahlkampftage begleiten und ich hoffe, dass es mir gelingt, das Vertrauen aller Menschen in meinem Umfeld zu gewinnen.»
Später äussert US-Präsident Trump plötzlich Zweifel daran, ob der Job der Pressesprecherin etwas für Zacharia sei. «Vielleicht ist es nichts für sie», so Trump. Er betonte, dass die Medien sie sehr schlecht behandeln würden.
Wenige Stunden später wird bekannt gegeben, dass sie ihre Tätigkeit als Pressesprecherin beenden werde. Laut «Daily Mail» besucht Zacharia am Freitagabend nach dem Knall im Weissen Haus US-Vizepräsident J. D. Vance mit seiner Familie, um gemeinsam zu Abend zu essen.