Darum gehts
- Katie Zacharia bestand 2011 die Anwaltsprüfung in Kalifornien nicht und wiederholte sie nie
- Kritik gibt es wegen rund 15 Social-Media-Posts, in denen sie sich «Attorney» genannt haben soll
- In den USA setzt «Attorney» eine staatliche Zulassung voraus
Katie Zacharia (41), die neue Sprecherin des Weissen Hauses, steht weiter unter Druck: In einem Interview mit Fox-News-Moderator Sean Hannity gestand sie, dass sie 2011 die Anwaltsprüfung (bar exam) im US-Bundesstaat Kalifornien nicht bestanden hatte.
Auf die wiederholte Nachfrage Hannitys, ob sie die Prüfung bestanden habe, antwortete Zacharia schliesslich mit Nein und gab zu, die Prüfung auch nicht wiederholt zu haben.
Besonders brisant: Zacharia soll in etwa 15 Social-Media-Posts den Titel «Attorney» verwendet haben, obwohl sie keine offizielle Zulassung nachweisen kann. «Warum haben Sie das nicht von Anfang an zugegeben?», so der Moderator im Interview.
Warum die Kritik so gross ist
Zacharia verteidigte sich damit, sie habe die Prüfung damals hauptsächlich abgelegt, um nicht vor der Herausforderung zurückzuschrecken. Das Ergebnis sei für ihre berufliche Zukunft nebensächlich gewesen, da sie ohnehin wegen der Stelle ihres Mannes nach China zog, wo sie im Bereich des internationalen Transaktionsrechts tätig war.
In den USA gibt es klare Unterschiede zwischen den verschiedenen Bezeichnungen. Der Begriff Lawyer bedeutet, jemand hat sein Jurastudium abgeschlossen. Der Begriff Attorney setzt eine staatliche Anwaltszulassung voraus. Nutzt man diese Bezeichnung unbefugt, kann das in vielen US-Staaten einen Verstoss gegen das Berufsrecht bedeuten. Nun liegen bereits erste Beschwerden gegen Zacharia vor.