Darum gehts
- Polens Justizministerium gab 35'000 Franken für Event «Carnival Dizzy» aus
- Nur 150 von 564 Teilnehmern waren Ministeriumsangestellte, Rest externe Gäste
- Kosten wurden aus Ministeriumsbudget statt Sozialfonds finanziert, Kritik folgte
Das polnische Justizministerium hat für eine einzige Veranstaltung über 35'000 Franken ausgegeben. Der Oberste Rechnungshof des Landes ist jetzt zum Schluss gekommen, dass die Ausgaben unverhältnismässig hoch waren und Misswirtschaft darstellen. Das Ministerium verteidigte die Veranstaltung hingegen damit, dass sie einem modernen Managementmodell entspräche.
Der besagte Event mit Namen «Carnival Dizzy» fand bereits im Januar 2025 statt und wurde unter der Leitung des damaligen Justizministers Adam Bodnar (49) organisiert. An der Veranstaltung nahmen insgesamt 564 Personen teil, von denen nur etwa 150 tatsächlich beim Ministerium angestellt waren. Das umfangreiche Programm beinhaltete Tanzvorführungen, VR-Brillen-Stationen, Kunstkurse für Kinder, Karaoke, ein Bällebad und Workshops zur Herstellung von Karnevalsmasken.
Oberster Rechnungshof rügte das Ministerium
Aber auch der ausgesuchte Veranstaltungsort in Warschau, ein renommiertes Gebäude am Ufer der Weichsel, trieb die Kosten in die Höhe. Dass das Ganze aus dem Budget des Ministeriums und nicht aus dem dafür vorgesehenen betrieblichen Sozialfonds finanziert wurde, ging dem Obersten Rechnungshof zu weit. Zudem bemängelte der Rechnungshof, dass grösstenteils Nicht-Angestellte von den hohen Kosten profitiert haben sollen.
Das Ministerium erklärte daraufhin, dass es sich bei den Teilnehmern um Kollegen, dem Ministerium unterstellte Personen und deren Familienangehörige handelte. Die Ministeriumsleitung habe jedoch beschlossen, dass solche Projekte künftig nur noch aus passenden Quellen – etwa dem Sozialfonds – finanziert werden dürfen.
Dieser Artikel erschien zuerst auf businessinsider.com.pl. Das polnische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.