leer.00_00_12_20.Standbild001.jpg
0:54
Gadi Eisenkot nach Israel-Wahl:«Wir müssen schnell handeln»

Israel hat gewählt
Netanyahu verliert Mehrheit – schwierige Regierungsbildung

Israel hat am Dienstag ein neues Parlament gewählt. Netanyahus Likud-Partei verliert deutlich an Zustimmung. Ein klarer Regierungsweg zeichnet sich nicht ab.
Kommentieren
1/8
Anhänger der Opposition feierten in der Nacht die Verluste der nationalreligiösen Regierung.
Foto: AFP

Knappe Wahl in Israel: Erste Hochrechnungen zeigen ein enges Rennen zwischen Benjamin Netanyahus (76) Regierungsblock und der Opposition. Nachdem die Opposition in Nachwahlbefragungen zunächst vorne lag, scheint nun die Regierung doch mehr Sitze zu machen. Demnach liegt der Block von Gadi Eisenkot (66) mit 49 erwarteten Sitzen knapp hinter der Regierung mit 52 Sitzen. Bei der letzten Wahl war die Regierung noch auf 68 Sitze gekommen.

Bei den Parteien dürfte Netanyahus Likud-Partei mit 27 Sitzen von insgesamt 120 Mandaten erneut die stärkste Kraft im Knesset werden. Auf Platz zwei landete die Partei Jaschar von Eisenkot mit voraussichtlich 21 Sitzen.

Arabische Parteien mit Rekordergebnis

Damit zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab. Sowohl der Oppositionsblock als auch das rechts-religiöse Bündnis um Netanyahu erreichen bei Weitem nicht das erforderliche Mehr von 61 Sitzen.

Die arabisch geführten Parteien, die gegen Netanjahu sind, werden voraussichtlich 18 Sitze erringen – ein Rekordergebnis. Sie könnten im Hinblick auf die Regierungsbildung das Zünglein an der Waage bilden.

Eisenkot will Regierung bilden

«Die Bevölkerung hat sich für den Wandel entschieden», sagte Eisenkot vor Anhängern. Bereits unmittelbar nach der Veröffentlichung der Nachwahlbefragung hatte er auf X angekündigt, «so schnell wie möglich eine zionistische Wehrpflichtregierung zu errichten».

Die Prognosen würden auf «ein völliges Misstrauen gegenüber Netanyahu und der Regierung vom 7. Oktober» hindeuteten. Am 7. Oktober 2023 hatte die Hamas ein nie dagewesenes Massaker in Israel verübt. Die Opposition wirft Netanyahu vor, im Vorfeld des Anschlags Warnungen ignoriert zu haben.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Premier Netanyahu dankte seinen Wählern und US-Präsident Donald Trump (80), wie der Sender CNN berichtet. «Gemeinsam mit unserem grossen Freund, Präsident Trump, sind wir entschlossen, diese Bedrohung ein für alle Mal zu beseitigen», sagte er in Bezug auf den Iran-Krieg. Zur Wahl ergänzte Netanyahu: «Wir haben es gegen unsere Feinde geschafft, und wir werden die Zukunft gestalten».

Am Dienstag waren 7,3 Millionen Wahlberechtigte in Israel zur Wahl des Knesset aufgerufen. Dabei zeichnete sich eine Rekordbeteiligung ab. Bis 20 Uhr Ortszeit (19 Uhr Schweizer Zeit) hatten nach Angaben der zentralen Wahlkommission 74,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bis das amtliche Endergebnis vorliegt, können noch Stunden oder gar Tage vergehen.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen