Darum gehts
- Historische Hitzewelle Ende Juni führte zu 10'650 zusätzlichen Todesfällen europaweit
- Über 9000 Todesfälle betrafen Menschen ab 65 Jahren
- In Andalusien zerstörte ein Brand 7000 Hektare und kostete 12 Menschenleben
In der Woche vom 22. bis 28. Juni erreichte eine historische Hitzewelle in vielen Ländern in Europa ihren Höhepunkt. Die nationalen Sterblichkeitsstatistiken aus 27 europäischen Ländern haben nun ergeben, dass gegenüber dem Durchschnitt insgesamt 10'650 zusätzliche Todesfälle registriert worden sind.
Die Daten wurden von dem Netzwerk Euromomo (European Mortality Monitoring) am Statens Serum Institut in Dänemark ausgewertet, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der europäischen Gesundheitsbehörde (ECDC) unterstützt wird. «Einen derartigen Überschuss zu dieser Jahreszeit zu haben, ist ungewöhnlich», teilt der Chefarzt des Instituts, Lasse Vestergaard, der Nachrichtenagentur Reuters mit.
Sterblichkeitsrate lag davor noch unter dem Durchschnitt
«Es ist schwierig, diese hohe Übersterblichkeit durch etwas anderes als die extreme Hitze zu erklären», stellt Vestergaard fest. Die Wissenschaftler hätten keine weiteren bekannten Gründe, wie etwa Krankheitsausbrüche, für den abrupten Anstieg identifizieren können. In den acht Wochen davor lagen die Todesfälle im Durchschnitt noch um etwa 500 Fälle unter dem üblichen Niveau.
Aus den Statistiken lässt sich zudem ablesen, dass vor allem Menschen ab dem 65. Lebensjahr betroffen waren – dies trifft bei mehr als 9000 Todesfällen zu. Ältere Menschen sind besonders gefährdet, weil ein Hitzeschlag sowohl Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch Atemwegserkrankungen verschlimmert.
Schwere Brände in Spanien und Kroatien
Wegen des Klimawandels werden Hitzewellen immer häufiger und intensiver. Auch aktuell brüten weite Teile Europas unter der Hitze. Wie bereits im Juni kommt es dadurch vermehrt zu gefährlichen Bränden, Infrastrukturschäden und Schäden in der Landwirtschaft.
Besonders schlimm wütete am vergangenen Donnerstag ein Waldbrand in Andalusien. Ausgelöst durch eine umgestürzte Stromleitung in der spanischen Provinz Almería breiteten sich die Flammen in kurzer Zeit auf die umliegenden Wälder aus. Dabei wurden etwa 7000 Hektare Land zerstört. Der Brand forderte mindestens 12 Todesopfer und wie die BBC berichtete, mussten 1500 Menschen zeitweise aus ihren Häusern evakuiert werden.
Auch auf der kroatischen Insel Korčula kam es am Samstagnachmittag zu einem schweren Waldbrand. Wie der Nachrichtensender TVP World berichtete, wurde das Feuer durch starke Winde angefacht und Löscharbeiten dadurch erheblich erschwert. Um die Flammen unter Kontrolle zu bringen, benötigte es über 70 Löschfahrzeuge sowie zwei Flugzeuge.