Darum gehts
- Über 118'000 Hektar Land in der EU verbrannt
- Portugal kämpft mit grösstem Waldbrand Europas: 13'000 Hektar betroffen
- 777 EU-Feuerwehrleute, 22 Löschflugzeuge und 5 Helikopter der EU bereit
Der Rauch hängt dicht über Europas Himmel. Die grosse Hitze macht besonders den südlichen Ländern stark zu schaffen. Die Zahl der Waldbrände liegt in diesem Jahr deutlich über dem Durchschnitt, wie Daten des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (Effis) zeigen.
Bis Anfang Juli zerstörten Feuer in der EU über 118'000 Hektar Land. Das entspricht fast 166'000 Fussballfeldern. Zum Vergleich: Im Schnitt der vergangenen Jahre waren zu diesem Zeitpunkt 90'000 bis 100'000 Hektar verbrannt. Für Touristinnen und Touristen wirken Bilder von grossen Brandherden und Löschflugzeugen oft verunsichernd. Doch meist lassen sich die betroffenen Regionen mit guter Planung umgehen. Wer einen Waldbrand während der Sommerferien ganz ausschliessen möchte, dem bieten sich Regionen mit besonders tiefem Risiko an. Blick hat die Übersicht und zeigt, wo die grössten Brandstellen liegen.
Portugal
Das iberische Land ist der europäische Brandherd schlechthin. Vor allem Zentralportugal ist betroffen. In der Region Vouzela, 80 Kilometer südöstlich von Porto, kämpfen über 1200 Feuerwehrleute mit fast 400 Fahrzeugen und drei Löschflugzeugen seit mehreren Tagen gegen das Feuer. Gemäss dem EU-Satellitendienst Copernicus sind bereits um die 13'000 Hektar Fläche verbrannt – es ist der aktuell grösste Waldbrand Europas in diesem Jahr.
In den restlichen portugiesischen Gebieten ist das Risiko ebenfalls stark erhöht, die Behörden haben die Situation aber aktuell im Griff.
Spanien
In Spanien ist das Risiko ausgerechnet in Regionen an der Mittelmeerküste besonders hoch. An der Costa Brava wüten derzeit mehrere kleinere Brände. Der derzeit kritischste Brand befindet sich bei Sentmenat, 30 Kilometer nördlich von Barcelona. Laut spanischen Behörden ist das Feuer weiterhin nicht vollständig unter Kontrolle.
Wegen der derzeit hohen Waldbrandgefahr haben die Behörden in Katalonien den Zugang zu sechs Naturgebieten eingeschränkt. Darunter ist auch der unter Touristen beliebte Nationalpark Montserrat, rund eine Autofahrstunde von Barcelona entfernt.
Griechenland
Griechenland leidet während seiner trockenen und heissen Sommer immer wieder unter Waldbränden. Am vergangenen Sonntag erfassten die Flammen eine Recyclinganlage in der Stadt Thessaloniki. Darauf riefen die Behörden die Bewohner auf, in ihren Häusern zu bleiben und Fenster und Türen zu schliessen.
Daneben ist gemäss Effis vor allem auch die beliebte Feriendestination Kreta einer hohen Waldbrandgefahr ausgesetzt. Von aktiven Feuern ist auf der Insel aktuell aber nichts bekannt.
Frankreich
Im Süden Frankreichs ist die Situation brenzlig. In den Pyrenäen kämpfen Hunderte Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand. Dieser fordert bereits einige Opfer: Insgesamt wurden mindestens 16 Menschen verletzt. 10'000 Bewohner kleinerer Dörfer mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Auch fand am Montag die dritte Etappe der Tour de France ohne Zuschauer statt.
Am Mittwoch gilt weiterhin in fünf Regionen Warnstufe Rot, wie der ADAC schreibt. 40 weitere Départements sind einer hohen Waldbrandgefahr ausgesetzt.
Touristinnen und Touristen müssen immer wieder damit rechnen, Auswirkungen zu spüren. So musste in den vergangenen Tagen die Autobahn A9, eine der wichtigsten Ferienrouten an die Mittelmeerküste und nach Spanien, mehrfach gesperrt werden. In Perpignan, nahe der spanischen Grenze, mussten letzte Woche Bewohner von drei Campingplätzen evakuiert werden.
Italien
Auch Italien, eines der beliebtesten Ferienziele von Schweizerinnen und Schweizern, bleibt nicht verschont. Vor allem im Süden und in der nordwestlichen Region Piemont besteht Gefahr. Die Dürre der letzten zwei Monate hat die Wälder besonders ausgetrocknet, was das Risiko erhöht.
Tiefrisiko-Regionen
Wer der Flammengefahr ganz aus dem Weg gehen will, der kann das. Gemäss Effis ist in Österreich das Risiko sehr tief. Genauso wie in den nördlicheren Ländern Europas – etwa in den baltischen Staaten, in Dänemark und auch in Grossbritannien.
Die EU mobilisiert das grösste Aufgebot an Einsatzkräften aller Zeiten, um Waldbrände zu bodigen. 777 Feuerwehrleute aus 14 europäischen Ländern sind demnach strategisch in Hochrisikogebieten wie Griechenland, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal bereits positioniert. Daneben stehen 22 Löschflugzeuge und 5 Helikopter aus der EU-Flotte bereit, um betroffene Länder in Not zu unterstützen.