Hegseths Last-Minute-Entscheid sorgt bei der Nato für Irritationen
USA stoppen plötzlich Entsendung von 4000 Soldaten

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth stoppt überraschend die geplante Entsendung von 4000 Soldaten nach Polen. Die Nato zeigt sich irritiert, das schwere Gerät war bereits auf dem Weg nach Europa.
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Plötzlich werden keine Soldaten mehr nach Polen geschickt.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 4000 US-Soldaten werden nicht wie geplant nach Polen entsandt
  • Pentagon verteidigt Entscheid als «sorgfältig abgestimmten Prozess»
  • Ende April beschloss USA bereits Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland
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Janine EnderliRedaktorin News

Eigentlich war alles aufgegleist. 4000 US-Soldaten hätten nach Polen entsandt werden sollen. Doch im letzten Moment machte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) einen Rückzieher. Die 4000 US-Soldaten der 2. mechanisierten Kampfbrigade der 1. Kavalleriedivision, auch die «Black Jack»-Brigade genannt, werden doch nicht ins Nato-Land geschickt. 

Der Entscheid kam offenbar völlig überraschend, wie «Politico» berichtet. Nicht einmal Hegseths engste Mitarbeiter wussten Bescheid. Erstes, schweres Gerät sei demnach bereits auf dem Weg nach Europa gewesen. «Wir hatten keine Ahnung, dass das kommt», betonte ein US-Beamter gegenüber dem Magazin. 

Irritationen bei der Nato

Nun fragt man sich bei der Nato wohl: Was ist da los? Erst gerade noch wurde Polen im Pentagon als Musterschüler gelobt. Trump sprach von einem «Vorbild-Alliierten» und lobte die Verteidigungsausgaben des Landes, die mit 4,7 Prozent des Bruttoinlandproduktes besonders hoch sind. 

Dementsprechend sorgt der Schritt in Europa auch für Irritationen. Es sei zu mehreren Telefonaten zwischen beiden Atlantik-Seiten gekommen, um die Entscheidung zu verstehen. 

Die Truppen hätten für mehrere Monate gemeinsam mit Nato-Partnern trainieren sollen. Gegen aussen verteidigte das Pentagon den Schritt und sagte, es habe sich um einen «umfassenden und sorgfältig abgestimmten Prozess» gehandelt, die innerhalb der militärischen Befehlskette stattgefunden habe. «Das war keine unerwartete Last-Minute-Entscheidung», so Pentagon-Sprecher Joel Valdez.

«Ein wichtiger Bestandteil der Abschreckung fällt weg»

Ende April entschied sich die Trump-Regierung bereits dazu, Truppen aus Deutschland abzuziehen. Ist dies nun der Beginn einer grösseren Truppenreduktion?

Der ehemalige Oberbefehlshaber der US-Armee in Europa, Ben Hodges, warnt gegenüber «Politico» vor den Folgen des Polen-Entscheids. «Die Aufgabe der Armee in Europa besteht darin, die Russen abzuschrecken, Amerikas strategische Interessen zu schützen und Verbündete zu beruhigen», sagte Hodges. «Und jetzt fällt ein wichtiger Bestandteil dieser Abschreckung weg.»

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