Trump-Rache für Merz-Kritik
USA ziehen 5000 Soldaten ab – Deutschland verliert Milliarden

Washington straft Berlin ab: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland angeordnet. Hintergrund ist Kanzler Friedrich Merz’ scharfe Kritik an Donald Trumps Iran-Militärschlag.
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US-Militärkaserne Hohenfels, Baden-Württemberg – die USA wollen innerhalb der nächsten zwölf Monate 5000 Soldaten aus Deutschland abziehen.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die USA ziehen 5000 Soldaten aus Deutschland ab, Dauer: 6–12 Monate
  • Hintergrund: Kritik von Kanzler Merz an Trumps Iran-Politik verschärft Konflikt
  • Aktuell: 39'000 US-Soldaten in Deutschland, jährliche Wirtschaftsleistung in Milliardenhöhe
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Die Ansage aus Washington ist brutal klar: Wer Amerika kritisiert, zahlt. Und Deutschland zahlt jetzt – mit 5000 Soldaten. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) hat den Abzug offiziell angeordnet, wie US-Medien unter Berufung auf Pentagon-Kreise berichten. Damit würde Anzahl der US-Streitkräfte in Europa auf das Niveau vor dem Ukraine-Krieg gebracht.

Begründung: «strategische Neuausrichtung». Doch in Washington weiss jeder, was das wirklich bedeutet. Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hatte den. Militärschlag von US-Präsident Donald Trump (79) gegen den Iran öffentlich kritisiert. Seither ist die Stimmung zwischen Berlin und Washington eisig.

Diese Woche doppelte Merz noch nach. Er stellte die USA als planlos ohne klare Strategie dar, und dass der Iran sie «demütige». Trump reagierte prompt auf Truth Social mit harten persönlichen Attacken – Merz habe «keine Ahnung, wovon er spricht» – und der Truppen-Abzugsdrohung.

Rückgrat der US-Armee in Europa

Intern nennen es Eingeweihte, was es ist: eine politische Abrechnung. Rund 39'000 US-Soldaten sind derzeit in Deutschland stationiert – mehr als in jedem anderen Land Europas. Die Basen in Ramstein und Stuttgart sind keine blossen Kasernen: Von hier aus werden Drohnenangriffe koordiniert, Verwundete ausgeflogen, Kriege geführt. Deutschland ist das Rückgrat des US-Militärs in Europa. 5000 Soldaten sollen jetzt innerhalb von sechs bis zwölf Monaten abgezogen werden. Es ist ein Nadelstich – mit der Drohung weiterer Stiche.

Was Deutschland durch die US-Präsenz gewinnt, ist enorm: Jährlich fliessen mehrere Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung in die Stützpunkt-Regionen. Tausende direkte und indirekte Jobs hängen an Ramstein, Stuttgart und Grafenwöhr.

Städte wie Kaiserslautern oder Baumholder sind wirtschaftlich ohne die Basen schlicht nicht denkbar. US-Soldaten und ihre Familien geben jährlich hunderte Millionen Euro vor Ort aus. Ein Vollabzug würde ganze Regionen in die Krise stürzen – und die Sicherheitsarchitektur Europas fundamental erschüttern.

Weitere Abzüge?

Das Drehbuch kennt man. Schon in Trumps erster Amtszeit drohte er mit dem Abzug von 12'000 Soldaten. Trumps Amtsnachfolger Joe Biden (83) stoppte das Vorhaben. Jetzt ist der Ton schärfer, die Worte kälter, die Bereitschaft höher. Niemand in Berlin glaubt mehr, dass es bei einer leeren Drohung bleibt. Für Merz ist die Lage besonders heikel: Noch vor wenigen Wochen hatte Trump persönlich zugesichert, an der Truppenpräsenz festzuhalten. Jetzt die Kehrtwende – als direkte Reaktion auf seine Kritik.

Ob es bei 5000 Soldaten bleibt, ist offen. In Washington wird bereits über weitere Abzüge aus Europa diskutiert. Für Deutschland geht es längst nicht mehr nur um Sicherheitspolitik. Es geht um Einfluss. Und um viel Geld.

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