Darum gehts
- Meta in New Mexico wegen Gefährdung von Kindern verurteilt, Urteil am Dienstag
- 343 Millionen Euro Strafe wegen Verbraucherschutzverstössen und sexueller Ausbeutung dokumentiert
- Eine der höchsten Strafen, potenziell weitreichende Folgen für Social-Media-Branche
Eine Jury im US-Bundesstaat New Mexico hat Meta, den Mutterkonzern von Facebook, für schuldig befunden, die Gesundheit von Kindern gefährdet und gegen das Verbraucherschutzgesetz verstossen zu haben. Das Urteil, das nach einem siebenwöchigen Prozess am Dienstag gefällt wurde, sieht eine Strafzahlung von rund 343 Millionen Euro vor. Die Geschworenen warfen Meta vor, den Profit über das Wohl von Kindern gestellt zu haben. Zu dem Konzern gehören auch Instagram und Whatsapp. CEO ist Mark Zuckerberg (41).
Die Anklage basierte auf Tausenden von dokumentierten Fällen, in denen Kinder auf den Plattformen des Unternehmens sexueller Ausbeutung ausgesetzt wurden. Laut der Jury habe Meta bewusst die Risiken verschwiegen, die von seinen Social-Media-Diensten für die psychische Gesundheit und Sicherheit von Kindern ausgehen. Zusätzlich soll der Tech-Gigant falsche und irreführende Informationen verbreitet haben, um seine Praktiken zu verschleiern.
«Kinder unfair ausgenutzt»
«Das Unternehmen hat gewissenlose Geschäftspraktiken angewandt, die die Verletzlichkeit und Unerfahrenheit von Kindern in unfairer Weise ausgenutzt haben», befanden die Geschworenen. Die Vorwürfe umfassen auch Verstösse gegen den «Unfair Practices Act», ein Verbraucherschutzgesetz des Bundesstaates New Mexico, das unlautere oder irreführende Geschäftspraktiken untersagt.
Die Strafe ist eine der bisher höchsten, die gegen ein Unternehmen im Zusammenhang mit Verbraucherschutzverstössen verhängt wurde. Der Fall könnte weitreichende Folgen für die gesamte Social-Media-Branche haben, die zunehmend unter Druck gerät, mehr Verantwortung für den Schutz von Minderjährigen zu übernehmen.
Meta hat sich zu dem Urteil bislang nicht öffentlich geäussert. Die Strafe reiht sich in eine Serie von rechtlichen und regulatorischen Herausforderungen ein, denen der Konzern in den letzten Jahren gegenüberstand. Bereits in der Vergangenheit war das Unternehmen immer wieder wegen mangelnder Transparenz und unzureichender Schutzmassnahmen für junge Nutzer in die Kritik geraten, sowohl in den USA als auch in Europa.