Darum gehts
- Tiktokerin Romeo Bingham komponiert in einem Video spontan einen Dr.-Pepper-Jingle
- Dr. Pepper kreiert neuen Werbespot und strahlt ihn während Prime-Time im TV aus
- Binghams Video erreichte 120 Millionen Aufrufe, über 35 weitere Unternehmen haben sich bei ihm gemeldet
Was aus Jux entstand, machte eine 26-jährige US-Amerikanerin wohl zur Millionärin: Am 23. Dezember postete Romeo Bingham auf Tiktok ein 11-sekündiges Video, in dem sie eine kurze Werbe-Melodie – im Fachjargon auch Jingle genannt – für den US-Getränkeriesen Dr. Pepper komponierte. In der Beschreibung markierte sie die Firma und schrieb dazu: «Bitte meldet euch bei mir, damit wir zusammen Kohle machen können.»
Das liess sich der Getränkehersteller nicht zwei Mal sagen. Das Video ging in kürzester Zeit viral und erregte so die Aufmerksamkeit von Dr. Pepper. Der Konzern kommentierte das Video mit «Moment mal, du könntest da etwas auf der Spur sein ...». Ende Januar flackerte dann tatsächlich ein neuer Werbespot von Dr. Pepper über den Fernsehbildschirm von rund 30 Millionen amerikanischen Haushalten – im Hintergrund der von Bingham komponierte Jingle.
Der 15-sekündige Werbespot wurde zweimal während der Meisterschaft der College Football Playoffs ausgestrahlt – also zur absoluten Primetime. Ein Werbeslot dieser Länge während des Super Bowls würde eine Firma schätzungsweise vier Millionen Dollar kosten.
Andere Firmen hoffen auf Jingle von Bingham
Binghams Video wurde mittlerweile knapp 120 Millionen Mal aufgerufen. Vor elf Tagen hatte der Clip noch 35 Millionen Views. Der Softdrinkhersteller gibt auf Anfrage des Portals «USA Today» keine genauen Zahlen zum vereinbarten Deal mit Bingham an. Ein Sprecher bestätigt lediglich, mit Bingham «in einer offiziellen Funktion zusammengearbeitet» zu haben. Branchenportale, die sich mit Marketingbeträgen auskennen, schätzen die Höhe aber auf mehrere Millionen Dollar, basierend auf üblichen Lizenz-Honoraren.
Auch andere Firmen sind auf das Internet-Phänomen aufmerksam geworden. Laut US-Medien haben sich mehr als 35 Unternehmen in der Kommentarspalte an Bingham gewandt und sie gebeten, ebenfalls Jingles für sie zu komponieren. Darunter Fast-Food-Ketten wie Subway, Popeyes oder Wingstop, der Kosmetik-Konzern Garnier, Autohersteller Hyundai und das US-Basketballteam Miami Heat.
Zudem werden die sozialen Medien von ähnlichen Videos geflutet, in denen User versuchen, ebenfalls einen viralen Hit zu landen. Bingham macht aus ihrer aktuellen Beliebtheit ein cleveres Geschäftsmodell: Sie bietet auf ihrem Account nun «Dienstleistungen wie musikbasierte Konzepte» an und verkündet, dass «Markenpartnerschaften für das erste Quartal 2026» derzeit angenommen würden.