Whatsapp, Telegram und Co.
Betrüger sind immer mehr auf Messaging-Apps unterwegs

Finanzbetrug verlagert sich zunehmend von Social Media hin zu privaten Kommunikationskanälen wie Whatsapp. Aktuelle Daten zeigen, dass Kriminelle hier besonders erfolgreich sind. Der Finanzsektor beginnt, den Druck auf Plattformbetreiber zu erhöhen.
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Online-Betrüger passen gerne ihre Taktiken an.
Foto: IMAGO/Zoonar

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Revolut-Bericht: Betrüger nutzen vermehrt verschlüsselte Messenger-Apps statt soziale Medien
  • Telegram verzeichnete 2025 ein Wachstum von 233 Prozent bei App-Betrugsfällen
  • Meta-Plattformen bleiben mit 44 Prozent führend bei globalen Betrugsfällen
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Blick Wirtschaftsdesk

Der vierte Bericht zur Nutzersicherheit von Revolut zeigt einen deutlichen Wandel in der Vorgehensweise von Betrügern. Die Kriminellen verlassen sich zunehmend weniger auf traditionelle soziale Medien und häufiger auf private, verschlüsselte Messaging-Plattformen, was die Betrugserkennung erschwert und die Manipulation von Opfern erleichtert.

Das dynamischste Wachstum verzeichnet Telegram. Die Zahl der gemeldeten App-Betrugsfälle – also autorisierte, von Kunden selbst initiierte Überweisungen – ist 2025 auf dieser Plattform im Vergleich zum Vorjahr um 233 Prozent gestiegen. Telegram macht nun 21 Prozent aller weltweiten Meldungen und 18 Prozent in Polen aus.

Besonders schnell verbreiten sich auf Telegram gefälschte Stellenangebote – weltweit fallen dort bis zu 58 Prozent solcher Fälle an.

Meta ist nach wie vor der wichtigste Ort für Onlinebetrüger

Trotz der zunehmenden Bedeutung von Messaging-Apps bleiben Plattformen der Meta-Gruppe die grösste Quelle für Betrugsfälle, die Revolut gemeldet werden. 2025 waren die Apps des Konzerns von Mark Zuckerberg (41) für 44 Prozent aller globalen Fälle und für 49 Prozent in Polen verantwortlich – und belegten damit zum vierten Mal in Folge diesen Platz.

Auf dem polnischen Markt war Facebook mit 32 Prozent der gemeldeten Fälle der mit Abstand häufigste Ausgangspunkt für Betrugsversuche. Telegram mit 18 Prozent und Whatsapp 14 Prozent folgen dahinter.

Der Anteil von Betrugsfällen auf TikTok wächst ebenfalls in immer schnellerem Tempo. Obwohl der Umfang noch relativ gering ist, hat sich die Zahl der damit verbundenen Online-Betrügereien weltweit im Jahresvergleich versechsfacht.

Anlagebetrug für Kriminelle besonders lukrativ

Die häufigste Betrugsart ist nach wie vor Verkaufsbetrug, der weltweit und in Polen 57 Prozent aller Meldungen ausmacht. Gleichzeitig nehmen die gefälschten Stellenangebote rasant zu. Die Zahl hat sich weltweit innerhalb eines Jahres verdreifacht und macht nun 22 Prozent aller Fälle aus. 

Die grössten finanziellen Verluste verursachen jedoch Fälle von Anlagebetrug. In Polen beträgt der durchschnittliche Verlust pro Opfer etwa 21'000 Złoty, was rund 4500 Franken entspricht.

Regulatorischer Druck auf Tech-Plattformen

Die Daten von Revolut sind in einen breiteren wirtschaftlichen Kontext eingebettet. Juniper Research zeigt, dass Social-Media-Plattformen allein im Jahr 2025 durch betrügerische Werbung, die sich an europäische Verbraucher richtete, Einnahmen von rund 18 Milliarden Złoty (3,9 Milliarden Franken) generierten.

«Der Anstieg von Betrugsfällen über Telegram zeigt, wie schnell Kriminelle ihre Taktiken anpassen. Revolut verarbeitet Milliarden von Datenpunkten, um diesen Bedrohungen einen Schritt voraus zu sein, aber ein digitales Ökosystem ist nur so stark wie sein schwächstes Glied», betont Woody Malouf, Leiter der Abteilung für Finanzkriminalität bei Revolut.

Die Neobank unterstützt neue EU-Betrugsbekämpfungsvorschriften, darunter die Verordnung über die Rechnungslegung im öffentlichen Sektor (PSR) und Strategien zur Online-Betrugsprävention. Revolut fordert ausserdem die Einführung einer Pflicht für Plattformen, an Datenaustauschsystemen für identifizierte Missbräuche unter Androhung von Sanktionen teilnehmen zu müssen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Business Insider Polska. Die polnische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag. 

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