Darum gehts
- Deutscher Familienvater gewinnt Klage gegen Reiseveranstalter wegen Liegen-Reservierung auf Kos
- Hotel tolerierte Handtuch-Blockaden, Familie musste täglich 20 Minuten suchen
- Entschädigung: 986 Euro (902 Franken) bei Reisekosten von 6557 Franken
Ferien sollten ja eigentlich der Entspannung dienen. Kein frühes Aufstehen, kein Stress, einfach die Sonne geniessen. Am besten auf einer eine Liege am Pool.
Und genau darüber kommt es immer wieder in Hotelanlagen zu einem regelrechten Kampf. Wer zu spät kommt, hat Pech. Handtuch-Krieger prügeln sich schon am frühen Morgen um die besten Plätze und reservieren «ihre» Liegen. Ein Familienvater aus Deutschland hatte davon die Schnauze voll. Er ging vor Gericht und bekam recht – dazu eine Entschädigung von 986 Euro, umgerechnet 902 Franken.
Um 6 Uhr in der Früh war schon alles belegt
Wie das deutsche Rechtsmagazin «Legal Tribune» berichtet, geht es konkret um Ferien in Griechenland im Jahr 2024. Die Familie des Mannes, die insgesamt 7186 Euro (6557 Franken) für eine Pauschalreise nach Kos gezahlt hatte, sah sich gezwungen, trotz frühem Aufstehen täglich 20 Minuten nach freien Liegen zu suchen – vergeblich.
Daraufhin hatte der Mann den Reiseveranstalter verklagt, weil dieser das sogenannte Handtuch-Reservierungssystem im Hotel toleriert habe. Dabei blockieren Gäste Liegen, indem sie schon früh am Morgen Handtücher darauflegen. Der Kläger argumentierte, dass die Liegen «so oft reserviert wurden, dass sie unbrauchbar waren». Selbst wenn seine Familie um 6 Uhr aufstand, seien alle Plätze bereits belegt gewesen, was dazu führte, dass seine Kinder auf dem Boden liegen mussten.
Urteil könnte als Präzedenzfall dienen
Das Amtsgericht in Hannover gab dem Mann recht. Es urteilte, dass die Reise als «mangelhaft» einzustufen sei, weil das Hotel das Verbot von Handtuchreservierungen nicht durchgesetzt habe. Zunächst hatte der Reiseveranstalter der Familie eine Rückerstattung von 350 Euro (320 Franken) angeboten. Doch die Richter entschieden, dass ihr eine höhere Summe zustehe. Die «Handtuch-Politik» in Ferienresorts sorgt immer wieder für Streit. Dieses Urteil könnte nun andere Urlauber dazu ermutigen, ähnliche Forderungen zu stellen.
Nicht nur am Hotelpool lauert die Stressfalle in den Ferien.
Kofferpacken
Schon Tage vorher überlegt man sich, was unbedingt mit muss. Sofern man nicht zu jener Gattung Mensch gehört, der die Packerei egal ist. Vor Jahren zeigte eine Umfrage eines englischen Tourismusunternehmens, dass britische Männer mit nur drei Unterhosen in die einwöchigen Ferien fahren (die Landsfrauen hingegen mit zehn). Aber alle Packlisten nützen nichts, wenn man im Hotelzimmer den Koffer aufmacht und merkt: Shit, Unterhosen vergessen.
Volle Teller, voller Güsel
In den Ferien haben die Touristen oft Hunger – und wie. Hotelgäste überfüllen am Buffet ihre Teller, weil ihre Augen grösser sind als der Magen oder sie zu faul sind, mehrmals zu laufen. Dann lassen sie die Hälfte stehen.
Schlüsselkarten-Wirrwarr
Wenn du ins Hotelzimmer willst, weil es dir zu heiss ist, oder du dringend aufs Klo musst und deine Karte an der Tür nicht funktioniert. Es zeigt ständig rot, obwohl du verdammt noch mal vor der richtigen Tür stehst. Also runter zur Rezeption. Dann ziehen die deine Karte einmal durch das Gerät, und sie geht wieder. Du stapfst zurück.
Mücken-Attacken
Fehlende Moskitonetze im Zimmer, kein Mückenspray. Keine gute Kombination, die oft am nächsten Morgen mit juckenden Stichen endet.