Darum gehts
- Spanien verschärft Regeln für Gastrobetriebe bei Hitzewellen ab sofort
- Terrassen können bei Warnstufe Orange oder Rot geschlossen werden
- 2025: Enorme Hitzewelle machte dem Ferienland stark zu schaffen
Tapas und ein kühles Bier draussen vor der herzigen Bar. Und später einen feinen Znacht mit einem Glas Rotwein auf der schönen Terrasse des Restaurants. Diese Spanien-Träume sind für Feriengäste nun in Gefahr – wegen einer neuen Hitze-Regel. Der Grund: die immer häufiger werdenden Hitzewellen, die nicht nur die Gäste zum Schwitzen bringen, sondern eben auch das Gastro-Personal belastet.
Darum stellt eine Reform des landesweiten Tarifvertrags im spanischen Gastgewerbe neue Regeln auf – und verbessert den Gesundheits- und Arbeitsschutz bei Hitzewellen, wie verschiedene internationale Medien berichten. Konkret: Ruft die staatliche Wetteragentur Aemet eine orangefarbene oder rote Warnstufe aus, sind die Gastro-Betriebe gefordert. Restaurants, Bars und Cafés müssen für ausreichenden Schatten sorgen. Ansonsten sind sie gezwungen, den Service im Aussenbereich einzuschränken. Oder gar gleich die ganze Terrasse zu schliessen.
Spanien litt 2025 unter extremer Hitze
Laut dem Vertrag sind Terrassenschliessungen das allerletzte Mittel. Zuerst sollen die Betriebe die Schichten verkürzen oder mehr Pausen gewähren. Wer gegen die Hitze-Regel verstösst, der riskiert aber hohe Bussen von über 50'000 Euro.
Extreme Temperaturen und verheerende Dürren sind in Spanien keine Ausnahme mehr. Das letzte Jahr war ein Beleg dafür. Im Süden des Landes wurde mit 46 Grad ein neuer Hitzerekord für einen Juni-Tag aufgestellt. Und die Gluthitze hielt über den ganzen Sommer an. Über mehrere Tage kletterte das Thermometer in vielen Landesteilen über die 40-Grad-Marke, Anfang August 2025 ist ein 85-jähriger Mann deswegen verstorben.
Die Hitzewelle im Sommer liess nicht nur 48 Millionen Spanier und die 22,5 Millionen Touristen, die im Juli und August das beliebte Ferienland bereisten, ordentlich schwitzen. Sie sorgte auch für eine extreme Wasserknappheit – insbesondere auf den Balearen. Anfang September hatte ein Ferienort auf Mallorca bloss noch für wenige Tage Wasser. Das Luxushotel La Residencia auf Mallorca sah sich dazu gezwungen, Duschwasser per Lastwagen heranzukarren.