Darum gehts
- Globetrotter meldet 25 Prozent weniger USA-Buchungen wegen geopolitischer Spannungen
- Griechenland und Antalya bleiben die beliebtesten Reiseziele für Sommer 2026
- Kreta-Woche ab 487 Franken, Antalya-Woche ab 467 Franken pro Person
Ferien in den USA? Für viele Schweizerinnen und Schweizer derzeit kaum ein Thema. Wegen geopolitischer Spannungen verzeichnet Globetrotter einen Buchungsrückgang von 25 Prozent. Wohin zieht es die Reisenden stattdessen?
Die Sommerferien lassen sich bei grossen Reiseanbietern wie Tui Suisse und Dertour bereits jetzt buchen. Wer früh reserviert, profitiert von attraktiven Frühbucherrabatten – besonders Familien schätzen dabei die zusätzliche Planungssicherheit. «Die Nachfrage nach Badeferien als beliebteste Reiseform ist ungebrochen», sagt Philipp von Czapiewski (41), Länderchef von Tui Suisse zu Blick.
Dabei bleibt das Preisniveau im Vergleich zu den Vorjahren stabil. Gleichzeitig ist die Zahlungsbereitschaft weiterhin hoch und liegt um mehr als 10 bis 20 Prozent über dem Niveau von 2019. Zudem verlängert sich die Sommersaison: Viele Reisende dehnen ihre Ferien bis in den Herbst aus und wählen dafür öfters südliche Reiseziele.
Griechenland so beliebt wie nie zuvor
Die griechischen Inseln sind bei Tui und Dertour sehr gefragt. Tui rät deshalb zur frühen Buchung – vor allem für Ziele wie Kreta oder Rhodos, die schnell ausgebucht sind. Kreta liegt auf Platz zwei der beliebtesten Sommerziele 2026. Mitte Juni kostet eine Woche für zwei Personen ab 487 Franken pro Person, inklusive Hotel und Flug ab Zürich.
Ebenfalls stark entwickelt sich Ägypten mit zweistelligen Wachstumsraten, vor allem gemäss Tui dank des attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnisses.
Dennoch bleibt Antalya in der Türkei bei Tui das Top-Reiseziel für den Sommer 2026. Eine Ferienwoche für zwei Personen ist dort ab 467 Franken pro Person erhältlich. Es folgen Kreta, Mallorca und Ägypten. Bei Dertour stehen hingegen Spanien, Tunesien und Italien hoch im Kurs.
Trübt Trump den USA-Boom?
Die USA sind beim Reiseanbieter Tui Suisse – ganz anders als bei Globetrotter – weiterhin die Top-Fernreisedestination für den Sommer 2026. Gleichzeitig räumt der Reiseanbieter ein: «Angesichts sehr guter Rahmenbedingungen hätten wir einen stärkeren Buchungseingang erwartet.»
Vor allem die Fussball-WM lockt diesen Sommer viele Fussballfans in die USA. Derzeit sprechen auch weitere Faktoren für Reisen in die USA: Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Flugpreise günstiger und der Wechselkurs ist attraktiv.
Ob die Politik von US-Präsident Donald Trump (79) zu den ernüchternden Buchungszahlen beiträgt, lasse sich nicht eindeutig beurteilen. Vielmehr handle es sich um «ein Potpourri verschiedener Effekte». Tui hofft jedoch, dass noch viele Reisende kurzfristig buchen werden. Dertour bestätigt: «Für einzelne Kunden spielt die Berichterstattung und die Wahrnehmung der aktuellen Lage in den USA eine Rolle bei der Wahl der Destination.» Deshalb bleibe die Nachfrage gegenwärtig verhalten.
Bei Fernreisen steht Thailand hoch im Kurs, nicht zuletzt wegen der vielfältigen Reisemöglichkeiten innerhalb des Landes. Auch die Malediven, Mauritius und Tansania sind beliebt.
Wer es lieber etwas näher mag und mit dem Auto in die Ferien reist, entscheidet sich am häufigsten für die Nachbarländer Italien und Deutschland.