Es wäre für Trump der GAU!
Der Iran hat sein bestes Ass noch im Ärmel

Während Trump an der Strasse von Hormus pokert, wächst die Angst, dass die Mullahs ihr bestes Ass hervorzaubern. Es hätte nicht nur für Trump fatale Auswirkungen, sondern für die ganze Welt.
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Seeblockaden sind für die Iraner und deren Verbündeten eine äusserst wirksame Waffe.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Donald Trump betreibt an der Strasse von Hormus eine Hüst-und-Hott-Politik
  • Experten befürchten, dass die Huthi im Jemen die Meerenge blockieren könnten
  • Eine Blockade würde die weltweite Krise verschärfen
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Guido FelderAusland-Redaktor

Wieder einmal eine typische Trump-Strategie: Erst will er die Strasse von Hormus kontrollieren und Schiffen eine «Schutzgebühr» von 20 Prozent des Warenwerts aufbrummen. Keine 24 Stunden später bläst er das Vorhaben wieder ab, stattdessen fallen wieder Bomben auf den Iran.

Doch während Trump an der Strasse von Hormus dieses unberechenbare Spiel treibt, formiert sich im Schatten ein weitaus gefährlicheres Druckmittel der Mullahs. Eines, das den Welthandel und die Ölpreise noch dramatischer treffen könnte als die Blockade von Hormus.

Es geht um das zweite strategische Nadelöhr der Region: die Strasse von Bab al-Mandab. Das «Tor der Tränen», wie die Meerenge auf Deutsch heisst, verbindet das Arabische mit dem Roten Meer – und führt direkt weiter zum Suezkanal. Sie ist die Schlagader des Handels zwischen Asien und Europa. Täglich passieren rund 60 Schiffe den Kanal. Er wickelt 30 Prozent der globalen Containerfracht ab.

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Die Huthi sind bereit für den Kampf am Roten Meer.
Foto: Getty Images

Die Meerenge steht unter der Kontrolle der vom Iran unterstützten Huthi im Jemen. Die schiitische Miliz, die gegen die saudi-arabisch gestützte Regierung kämpft, ist militärisch bestens gerüstet. Ihr Arsenal reicht von Marschflugkörpern mit 2000 Kilometern Reichweite über Seedrohnen unter anderem bis hin zu steuerbaren Seeminen.

Es droht eine Eskalation

Nachdem die Rebellen am Montag Raketen und Drohnen auf den saudi-arabischen Flughafen Abha abgefeuert haben, wächst die Angst vor ihrer aktiven Kriegsbeteiligung. «Wenn weder die Golfstaaten noch die Uno vermitteln, droht uns eine beispiellose Eskalation», warnt Maged al-Madhaji, Chef des Sanaa Center for Strategic Studies, im Magazin «Foreign Policy». Einen «umfassenden regionalen Konflikt» hält er für absolut denkbar.

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Al-Madhaji befürchtet eine Wiederholung des Krisenjahrs 2023. Damals legten die Huthi im Zuge des Gazakriegs den Schiffsverkehr an der Meerenge lahm. Schiffe mussten Afrika umrunden, was die Transporte um bis zu zwei Wochen verlängerte und die weltweiten Preise nach oben trieb. Seitdem schwelt der Konflikt im Dauerzustand.

Schärfer als Atombomben

Auch Klemens H. Fischer, Geopolitiker an der Universität zu Köln, schätzt die Eskalationsgefahr durch die Huthi als hoch ein: «Der Iran besässe damit eine nukleare Option ganz ohne Atombombe.» Erst kürzlich hatte Mohsen Rezai (71), Militärberater des iranischen Revolutionsführers und früherer Kommandant der Revolutionsgarden, betont, die Strasse von Hormus sei «wichtiger als Dutzende Atombomben».

Laut Fischer können die Huthi die Durchfahrt durch das «Tor der Tränen» mit minimalem Aufwand blockieren: «Schon der blosse Verdacht auf Seeminen reicht aus, um den Schiffsverkehr komplett lahmzulegen.»

Für Trump ist dieses Szenario der absolute GAU. Während er in Hormus um Zölle pokert, könnten die Huthi die andere Lebensader des Welthandels kappen. «Eine Blockade würde praktisch die gesamte globale Güterpalette treffen», so Fischer. Die Folge: ein neuer Inflationsschub bei Waren und Öl – und eine heftige Quittung für Trump bei den US-Zwischenwahlen im Herbst.

Breitet sich der Krieg aus?

Die Geografie macht Bab al-Mandab zusätzlich brisant: Am afrikanischen Ufer liegen Eritrea, Dschibuti und Somalia, gegenüber der Jemen. «Allesamt Krisenstaaten ausserhalb des westlichen Einflusses», betont Fischer. «Eine operative Verlagerung des Nahostkriegs an den Ausgang des Roten Meers hätte vermutlich dramatischere Auswirkungen als die Sperre der Strasse von Hormus.»

Nachdem die USA und Israel dem Iran empfindliche Schläge versetzt und dessen Proxys Hamas und Hisbollah geschwächt haben, bleibt Teheran nur noch ein Trumpf. Fischer resümiert: «Die noch intakten Huthi sind im wahrsten Sinn das letzte Ass im Ärmel des Iran – und vielleicht sogar sein bestes.»

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