Eskaliert der Krieg im Nahen Osten weiter?
Warum eine saudische Beteiligung so gefährlich wäre

Saudi-Arabien sowie weitere Länder stehen möglicherweise nahe vor einem Eintritt in den Iran-Krieg. Der Konflikt könnte so auf den ganzen Nahen Osten übergreifen. Die Folgen würden auch wir massiv zu spüren bekommen.
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Manöver der saudischen Armee: Sie gehört zu den teuersten der Welt.
Foto: AFP

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Guido FelderAusland-Redaktor

Neue Eskalationsstufe im Nahen Osten: Das «Wall Street Journal» berichtet, dass es «nur eine Frage der Zeit» sei, bis Saudi-Arabien in den Krieg eintrete. Das Königreich ist militärisch ein Schwergewicht und hat sich auf eine Konfrontation mit dem Iran lange vorbereitet.

Nicht nur die Saudis sind nah an einem Kriegseintritt. Nach der Bombardierung durch den Iran könnten noch weitere Staaten gegen den Iran militärisch aktiv werden. Mit welcher Eskalation muss man jetzt rechnen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen. 

Was würde ein Kriegseintritt von Saudi-Arabien bedeuten?

Da Saudi-Arabien ein Schlüsselstaat in der Region ist, droht sich der schon herrschende Flächenbrand im Nahen Osten weiter auszuweiten. Das Königreich ist ebenfalls ein wichtiger Erdölproduzent. Gegenseitige Angriffe auf Energieinfrastrukturen sowie die weiter steigende Gefahr in der Strasse von Hormus könnten den Ölpreis zum Explodieren bringen – auch bei uns. 

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Saudi-Arabien gibt bis 10 Prozent des BIP für die Armee aus.
Foto: AFP

Ralph D. Thiele, Vorsitzender der deutschen Politisch-Militärischen Gesellschaft und Präsident von Eurodefense Deutschland, sagt gegenüber Blick: «Saudi-Arabien sieht seine Zukunft und seine ehrgeizigen Wirtschaftsziele durch die iranischen Angriffe bedroht.» Eine Unterstützung wäre laut Thiele auch eine klare Botschaft gegenüber Trump: «Werden die Karten in der Region neu gemischt, wollen die Saudis am Verhandlungstisch sitzen.»

Die «New York Times» berichtet, dass der faktische Herrscher Saudi-Arabiens, Prinz Mohammed bin Salman (40), US-Präsident Trump zur Fortsetzung des Kriegs gegen den Iran dränge. Er bezeichnet den US-israelischen Einsatz als eine «historische Chance» zur Neugestaltung des Nahen Ostens. 

Wie stark ist die saudische Armee?

Das Königreich verfügt über eine der teuersten Armeen der Welt. Das Budget beträgt 80 Milliarden Dollar und bewegt sich jährlich jeweils zwischen 7 und 10 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Thiele: «Das Land hat mit Blick auf eine iranische Aggression massiv in die Luftwaffe und Luftverteidigung investiert.»

Mit ihren modernen F-15- und Eurofighter-Kampfjets sind die Saudis in der Region die Herrscher der Lüfte. Der Iran verfügt – wenn nach den intensiven Angriffen überhaupt noch – über veraltete Sowjetmaschinen F-14 und MiG-29. Auch in der Raketenabwehr sind die Saudis top. Schwachpunkte sind die Koordination, wie sich seit 2015 im Jemen-Krieg zeigt, sowie das Personal. Irans Armee zählt 610’000 Soldaten, die saudische Armee rund 230’000.

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Welche Rolle würde die Saudi-Armee spielen?

Die Stärke liegt klar in der Luft. Zusammen mit den US-Amerikanern und den Israelis würden die Saudis iranische Militäranlagen, Raketenstellungen und Drohnenbasen unter Beschuss nehmen. Gleichzeitig geht es auch um die Verteidigung der eigenen Ölraffinerien, Pipelines und Exporthäfen.

Welche Kriegserfahrung haben die Saudis?

Sie kämpfen seit 2015 mit Luftangriffen und Bodenoperationen gegen die Huthi-Rebellen im Jemen. Die Huthi werden vom Iran unterstützt. Trotz der langen Kämpfe konnten die Rebellen aber nicht besiegt werden.

Mit welcher Eskalation muss man rechnen?

Weitere Staaten, die vom Iran angegriffen worden sind, könnten in den Krieg eintreten. Nächster Kandidat wären wohl die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die schon über 2000 iranische Angriffe abwehren mussten. Die engen Partner der Saudis gehen bereits gegen iranische Vermögenswerte vor und kappen somit den Geldfluss zu den Mullahs in Teheran. Auch das VAE-Militär ist äusserst schlagkräftig. Thiele: «Gemeinsam mit Katar könnten die VAE dem Iran schwer zusetzen.»

Der Eintritt weiterer US-Verbündeter dürfte auch Irans Verbündete anstacheln. So könnten die Huthi im Jemen die Südgrenze Saudi-Arabiens und die Schifffahrt im Roten Meer unter Beschuss nehmen. 

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