Darum gehts
- Buckelwal Timmy vor Poel gestrandet, Rettungsversuch von Millionär Walter Gunz geplant
- Umweltminister lehnt Bergung ab, nennt Aktion Tierquälerei
- Beseitigungskosten der Überreste hoch: Spezialtransport zu Sec Anim Malchin
Ein gestrandeter Buckelwal, ein entschlossener Multimillionär und ein Wettlauf gegen die Zeit: Der Gründer von Media Markt, Walter Gunz (79), will Ostsee-Wal Timmy retten. «Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen», sagt er gegenüber «Bild».
Timmy ist derzeit vor der deutschen Ostsee-Insel Poel gestrandet. Sein Gesundheitszustand ist laut Experten sehr geschwächt, und eine weitere Bergung wird von Umweltminister Till Backhaus (67, Mecklenburg-Vorpommern) klar abgelehnt. Laut Backhaus wäre jede weitere Rettungsaktion nur Quälerei für das Tier. Ganz anders sehen das Gunz und Oliver Bienkowski (44) von der Organisation Pixel-Helper. Letzterer hatte Gunz als Sponsor kontaktiert.
Millionär ist enttäuscht über staatliche Bürokratie
Ihr Plan: Derselbe Bagger, der das Tier schon einmal am Timmendorfer Strand freigegraben hat, soll erneut zum Einsatz kommen. Sobald ein genügend grosses Loch vor dem Wal ausgehoben würde, «läuft der Schlick langsam nach, und Timmy rutscht darauf ins tiefere Wasser», meint Bienkowski. Zuvor müsste jedoch ein tierärztlicher Wal-Spezialist Antibiotika in Timmys Schwanzflosse injizieren, um seine Abwehrkräfte für die Bergung zu stärken.
Trotz der Idee und den finanziellen Mittel von Gunz wurde das Vorhaben vom zuständigen Umweltminister abgelehnt. Darüber zeigt sich der Millionär gegenüber «Bild» frustriert. «Ich bin enttäuscht über die Mechanismen und die Bürokratie, die das Leben behindern.» Aufgeben ist für den Unternehmer, der mit der Aktion auch andere inspirieren möchte, derzeit noch keine Option. Er werde sich diesbezüglich mit seinem Anwalt besprechen.
Wenn der Riese stirbt, wird das teuer
An die Zukunft wird auch im Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern gedacht. Dort wird derzeit alles vorbereitet, um den Buckelwal nach seinem Ableben ordnungsgemäss zu entsorgen.
Wie «Focus» berichtet, fand das Ministerium mit dem Unternehmen Sec Anim bereits eine geeignete Kandidatin für den Auftrag.
Die Beseitigung der tierischen Überreste wird aufwendig — und teuer! Ein Sprecher von Saria, dem Mutterkonzern von Sec Anim, teilt gegenüber «Focus» mit, dass der Abtransport vermutlich zum höchsten Kostenpunkt der gesamten Mission wird.
Aus den Überresten des Giganten kann die Firma «unter Einhaltung höchster Hygienestandards» CO2-neutralen Brennstoff für Kraftwerke sowie hochwertigen Bio-Diesel herstellen.
Zoff zwischen Walhelfern geht weiter
Derweil geht der Streit zwischen den anderen Helfern hinter den Kulissen weiter. Um einen wurde es in letzter Zeit jedoch auffällig still. Nachdem sich «Walflüsterer» Robert Marc Lehmann (43) von der Timmy-Mission — angeblich nicht ganz freiwillig — zurückgezogen hatte, deaktivierte er unterdessen sogar seinen Instagram-Account.
Der Bürgermeister der Gemeinde Timmerdorfer Strand, Partheil-Böhnke (57), beschrieb die Zusammenarbeit mit Lehmann im Nachhinein als schwierig. Von Lehmann selbst gab es diesbezüglich kein Statement. Laut seinem Team sei dieser derzeit auf einer unbekannten Mission, die seine volle Aufmerksamkeit benötige.