Darum gehts
- Ein Buckelwal steckt in der Wismarer Bucht fest, Konflikte unter den Helfern eskalieren.
- Wal-Experte Lehmann fühlt sich vom Rettungsteam ausgeschlossen und übt öffentlich Kritik.
- Umweltminister Backhaus vermittelt, während zwei Bagger-Firmen ebenfalls streiten.
Was ist denn jetzt los? Während sich der Gesundheitszustand des Buckelwals in der Wismarer Bucht zusehends verschlechtert, ist noch etwas schlecht – die Stimmung unter den Rettern. Es tobt ein heftiger Zoff.
Der bekannte Wal-Experte Robert Marc Lehmann ist mittlerweile abgereist. «Ich bin nicht freiwillig wieder zu Hause. Mein Team und ich waren vorbereitet auf eine wochenlange Mission», sagt er am Samstag in den sozialen Medien.
Wal-Experte und Tierschützer geraten aneinander
Lehmann hat aus seiner Sicht den Wal vor einer erneuten Strandung abgehalten. Das war bevor das Tier an der Wismarer Bucht wieder steckenblieb. «Nach dieser Aktion wurde ich aktiv ausgeschlossen von der Rettungsmission», beschwert er sich. Die Vorwürfe des Influencers richten sich in erster Linie gegen die Verantwortlichen des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildforschung (ITAW).
Beim ITAW will man von einem Lehmann-Bann nichts wissen. «Wir haben nicht gehört, dass er des Wassers verwiesen wurde», so Stephanie Gross, Wissenschaftliche Mitarbeiterin zu «Bild». Gleichzeitig sei eine weitere Zusammenarbeit mit Lehmann wegen der getroffenen Anschuldigungen im Moment schwer vorstellbar. «In so einer Situation muss man zusammenarbeiten und sich aufeinander verlassen», betont Gross.
Bagger-Unternehmen zoffen sich
Am Sonntag schiesst Lehmann erneut gegen die Tierschützer. «Für sie war ich ein klickgeiler Influencer.» Der Umweltminister des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (67), will jetzt zwischen den Konfliktparteien vermitteln.
Lehmann ist nicht der Einzige, der verärgert ist. Laut einem Firmenchef kam es auch zwischen zwei Bagger-Unternehmen zum Streit. «Wo wir unseren Damm aufgeschüttet haben, haben die absichtlich ihren Bagger vor Ort an Land hingestellt. Die Folge: Wir mussten mit unserem Bagger immer da herumfahren», ärgert sich der eine Chef.
Der andere Chef entgegnet: «Die Vorwürfe sind Blödsinn. Wir mussten den Schwimmbagger in der Ostsee von Land mit einem Seil sichern. Und dieses Seil musste irgendwo sicher fixiert werden. Daher stand vorne am Ende der Brücke ein Kettenbagger von uns, der die Aufgabe hatte, dieses Seil zu halten.»