Darum gehts
- Uno-Gipfel mit über 120 Staatschefs in New York startet am Dienstag
- Trump droht Iran mit Krieg, europäische Staaten fordern Deeskalation
- Israel-Premier Netanyahu: Proteste und Festnahme-Forderungen in New York
Die Uno-Generalversammlung startet am Dienstag in New York. Mehr als 120 Staats- und Regierungschefs reisen nach Manhattan und wollen auf der globalen Bühne ihre Themen setzen. Das Treffen findet gleichzeitig zu diversen, hochbrisanten geopolitischen Entwicklungen statt. Das sind die heikelsten Themen:
Trumps Iran-Ultimatum
Er befindet sich im Entscheidungsmodus: US-Präsident Donald Trump (80) reist mit sehr scharfer Rhetorik nach Manhattan. Am Sonntag erklärte der Republikaner, vor der Entscheidung zu stehen, einen Deal mit dem Iran zu finden, das Land wirtschaftlich verrotten zu lassen oder «in die Luft zu sprengen».
Europäische Bündnispartner sowie viele weitere Staaten werfen Trump vor, einen unüberlegten Krieg entfacht zu haben, der die weltweite Wirtschaft ins Chaos stürzt. Die Ölpreise steigen, Infrastruktur wird zerstört und auch innenpolitisch stellen sich viele die Frage, wie sich Trump wieder aus dieser Situation herausmanövrieren möchte. Brisant: Trump könnte in New York auch auf den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian (71) treffen. Trump sei grundsätzlich «bereit» für ein Treffen mit der iranischen Regierung, hiess es am Sonntag.
Duell Trump vs. Selenski
Der ukrainische Präsident will die globale Bühne in Manhattan nutzen, um vor Russlands Vorgehen im Krieg zu warnen und mehr Unterstützung bei der Verteidigung einzufordern. Wolodimir Selenski (48) kündigte bereits an, sich mit Trump treffen zu wollen. Ob ein solches Treffen tatsächlich zustande kommt, ist jedoch fraglich. Obwohl sich die Ukraine derzeit erfolgreich verteidigt und der Armee auch immer wieder Angriffe tief im russischen Hinterland gelingen, liegt ein Ende des Krieges noch immer in weiter Ferne.
Trump äusserte sich am Tag vor dem Start der Debatte auch zu den ukrainischen Angriffen auf die russische Infrastruktur: «Russland hat aufgrund seines Krieges gegen die Ukraine leider die Kontrolle über seine Dieselölindustrie verloren. Eine grosse Anzahl der Dieselraffinerien wurde gesprengt und ist zumindest vorübergehend ausser Betrieb. Dieser absurde und endlose Krieg gegen die Ukraine muss beendet werden. Die ganze Welt leidet darunter, dass jeden Monat 25'000 Menschen, vor allem Soldaten, getötet werden. Was für eine Schande!», so Trump.
Iran-Präsident Peseschkian reist in «Land des Feindes»
Es ist eine ungewöhnliche Situation während des Krieges: Massud Peseschkian (71) reist für die Generaldebatte in die USA. Die US-Regierung hat ihm ein Einreisevisum mit strengen Auflagen erteilt. Beobachter sind gespannt, wie sich Peseschkian verhalten wird. Er könnte aggressive Rhetorik gegen Trump und Israels Premierminister Benjamin Netanyahu (76) – der ebenfalls vor Ort ist – richten oder versuchen, auf eine diplomatische Lösung zu pochen.
Zudem wartet man gespannt darauf, ob sich US-Präsident Donald Trump und Peseschkian die Hand geben werden. Die Szene dürfte symbolisch aufzeigen, wie verhärtet die Fronten wirklich sind.
Forderungen nach Netanyahus Festnahme
Auch der Besuch von Israels Premierminister Benjamin Netanyahu sorgt für Unruhe. Im Vorfeld seiner Reise wurden wiederholt Forderungen nach einer Festnahme laut. Gegen den Besuch Netanyahus wird es grosse Proteste geben. Sogar der Bürgermeister New Yorks, Zohran Mamdani (34), hat die Bevölkerung zu Demonstrationen aufgerufen.
Zuvor hatte er gedroht, Netanyahu auf der Grundlage eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs festnehmen zu lassen. Trump unterstützt in diesem Zusammenhang klar Netanyahu. Mamdani räumte später ein, dass er gar nicht dazu befugt ist, Netanyahu festnehmen zu lassen.
Netanyahu schiesst immer wieder öffentlich gegen die Uno. Bei einer Rede 2024 bezeichnete er die Organisation als «Sumpf antisemitischer Galle» und «Flacherdler-Gesellschaft», was zu empörten Reaktionen führte. Ob es bei seiner Rede am Donnerstag erneut knallt?