Darum gehts
- Restaurant Kulhuset bei Kopenhagen verlangt 3.30 Franken pro übriggebliebener Fleischscheibe
- Sushi-Ketten in der Schweiz berechnen übriggebliebene Speisen zusätzlich
- Gourmetrestaurant Equitable in Zürich verlangt 150 Franken No-Show-Gebühr pro Person
Zu einem festen Preis so viel essen, wie man will? Klingt für viele verlockend. Weil nicht alle gleich viel essen, aber am Ende gleich viel bezahlen, rentiert das auch für die Gastronominnen und Gastronomen. Die Schattenseiten dieses Prinzips sind aber, dass Menschen sich oft zu viel auf die Teller packen und das Restaurant die Reste, die die Gäste nicht mehr schaffen, wegschmeissen muss.
Seit 1,5 Jahren geht das Restaurant Kulhuset in der Nähe von Kopenhagen gegen diese Art von Essensverschwendung vor. Wer beim Pauschalschmaus mit Tischgrill mehr als drei Scheiben Fleisch auf dem Teller liegenlässt, zahlt drauf. Und zwar rund 3.30 Franken pro Stück.
Inhaber Mikail Øzcan erklärt gegenüber TV 2 Kosmopol, dass es einige Gäste «masslos übertrieben» hätten und enorme Mengen an Essen entsorgt werden mussten. «Das Konzept besteht darin, so viel zu essen, wie man kann – nicht darin, so viel wegzuwerfen, wie man kann», sagt er bestimmt.
Die Massnahme scheint zu funktionieren. «Die Menge an Fleisch, die übrigbleibt und im Müll landet, ist deutlich zurückgegangen», sagt er. Auch in der Schweiz ist das System zur Vermeidung von Foodwaste längst angekommen.
Bei den beiden Sushi-Riesen Negishi und Nooch wird die drohende Konsequenz unter anderem gleich auf der Website vermerkt: «Bitte bestelle oder nimm nur so viel, wie du essen kannst. Speisen, die übrigbleiben, können zusätzlich berechnet werden», heisst es bei Negishi. Viele Gäste begrüssen das System. Satt werden sie ja trotzdem. Andere Massnahmen sorgen hier für mehr Unverständnis.
Aufpreis für Fensterplatz
Wer beim Thai-Restaurant Loy Fah im Panorama Resort & Spa in Feusisberg SZ am Fenster sitzen und den Blick über den Zürichsee geniessen möchte, zahlt dafür 10 Franken extra, wie Blick bereits berichtete. Das Restaurant rechtfertigte dies damit, dass die Nachfrage nach Fensterplätzen sehr hoch sei und man diese irgendwie regulieren müsse. Ausserdem habe man vom ganzen Restaurant aus eine gute Aussicht über den See.
Eltern müssen für Kinder blechen
Das chinesische Restaurant Chez Xue in Kalifornien appelliert an Eltern, auf ihre Kinder zu achten. Das Restaurant sei «kein Spielplatz». Auf der Website steht: «Bitte habt eure Kinder im Griff.» Diese sollen jederzeit sitzenbleiben und Rücksicht auf andere Gäste und die Atmosphäre nehmen. Rumrennen, Schreien und Lärmen werde nicht toleriert. Auch komme es vor, dass Kinder Schäden verursachen. Was für welche und was diese kosteten, hat der Küchenchef auf der Website auch gleich aufgelistet: Ein Kind spielte auf den Barhockern, wodurch eine Teetasse runterfiel und zu Bruch ging. Den Eltern wurden dafür rund 5 Franken in Rechnung gestellt. Die Eltern des Kindes, das mit Besteck Muster in den Tisch ritzte, wurden mit 110 Franken gebüsst. Am teuersten wurde es für die Familie, deren Kind ein Kartenlesegerät auf den Boden hat fallenlassen. Der kaputte Bildschirm kostete die Eltern 320 Franken.
Heftige No-Show-Gebühr
Wer einen Tisch reserviert und dann einfach nicht erscheint, ohne die Reservierung zu stornieren, wird zur Kasse gebeten. Zwar setzen bereits viele Restaurants auf diese Option, beim Gourmetrestaurant Equitable in Zürich schockiert jedoch die Höhe dieser Gebühr. Wer nicht erscheint oder kurzfristig absagt, muss mit einer Gebühr in der Höhe von 150 Franken rechnen. Und zwar pro Person.
Restaurant dreht Gästen den Hahn ab
Unter einem Reddit-Beitrag wird angeregt über die Handhabe eines Restaurants in München diskutiert. Hier hängt ein Zettel, auf dem steht, dass das Auffüllen einer Wasserflasche einen Euro koste. Genauso viel kostet einmal Handyladen. Aus «hygienischen Gründen» lasse man die Gäste die Flasche nicht selber auffüllen. Ein User beschreibt das Ganze als «das Geizigste, was ich je gelesen habe». Der Zettel hänge über dem Waschbecken im WC eines kleinen Lokals mit Biergarten. Einer meint: «Auch eine Art, zu sagen, dass sie ihre Waschbecken nicht sauber halten.» Man könnte sich aber auch die Frage stellen, wer denn merken soll, ob man seine Wasserflasche auf dem WC auffüllt.
Serviette gehört neben den Teller
Wer sich nach dem Essen erst den Mund abwischt und die Serviette dann auf den Teller packt, den erwartet im Restaurant Bonbec in der Berner Altstadt eine Gebühr von 4 Franken. Grund dafür ist, dass in dem Restaurant indische Speisen angeboten werden. Wenn man die Serviette in den Teller voller Sauce legt, saugen sich die Stoffservietten sofort damit voll.
Die goldgelbe Farbe des Gewürzes lasse sich fast nicht mehr entfernen. «Selbst nach der professionellen Reinigung mussten sie fortgeworfen werden. Eine Stoffserviette kostet zehn Franken», erklärte Maurice Bridel, Miteigentümer des Lokals, bereits früher. Dass die Serviette bitte nicht auf dem Teller landen soll, darauf wird bereits auf der Speisekarte hingewiesen.