«Wir haben sie alle ausgeschaltet»
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Trump über Iran-Krieg:«Wir haben sie alle ausgeschaltet»

Das steckt hinter der Madman-Theorie
Macht Trump den gleichen Fehler wie Nixon im Vietnamkrieg?

Mit brutalen Drohungen Richtung Iran sorgt Donald Trump für Aufsehen. Experten sehen darin die Rückkehr der Madman-Theorie, die schon Ex-Präsident Richard Nixon im Vietnamkrieg einsetzte. Was steckt dahinter?
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Steckt hinter Trumps Drohungen an den Iran eine ausgeklügelte Strategie?
Foto: China News Service via Getty Ima

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Trump droht Iran mit «Steinzeit»-Bombardierung, um Verhandlungsvorteil zu gewinnen.
  • Madman-Theorie, inspiriert von Nixon, soll Gegner verunsichern und Zugeständnisse erzwingen.
  • Strasse von Hormus offen, Iran verlangt 1,5 Mio. Franken pro Öltanker.
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Mattia JutzelerRedaktor News

Er werde den Iran «zurück in die Steinzeit» bomben und eine «ganze Zivilisation» auslöschen. Mit solchen brutalen Aussagen machte Donald Trump (79) in den Tagen vor dem Waffenstillstand mit dem Iran auf sich aufmerksam.

Einige Experten sehen hinter diesen Drohungen eine Strategie des US-Präsidenten. Trump wolle sich ganz bewusst als verrückt und unberechenbar darstellen, um seinen Gegner an den Verhandlungstisch und zu grösseren Zugeständnissen zu zwingen. Dahinter steckt die sogenannte Madman-Theorie, was auf Deutsch so viel heisst wie die Theorie des Verrückten.

Einsatz im Vietnamkrieg

Die Madman-Theorie geht auf den ehemaligen US-Präsidenten Richard Nixon (1913-1994) zurück. Er führte sein Land in den letzten Jahren des Vietnamkrieges von 1969 bis 1973. In dieser Rolle soll Nixon seine Unterhändler dazu aufgefordert haben, ihn gegenüber seinen kommunistischen Feinden als «etwas verrückt» und «zu blutigster Brutalität fähig» darzustellen. Darüber berichtet der «Guardian».

«Ich will, dass die Nordvietnamesen glauben, ich sei an einem Punkt angelangt, an dem ich alles tun würde, um den Krieg zu beenden», so begründete Nixon seine Strategie kurz nach seiner Wahl. Um seinen Gegner an den Verhandlungstisch zu zwingen, liess Nixon seinen Worten auch Taten folgen. So liess er etwa Ende des Jahres 1972, kurz vor Beendigung des Vietnamkrieges, verheerende Bombenangriffe im Norden des Landes durchführen.

Strategie ist vertrauensschädigend

Dass Trump mit Nixons Madman-Theorie vertraut ist und gerne von ihr Gebrauch macht, ist kein Geheimnis. So hatte er während seiner ersten Amtszeit etwa dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un (42) mit «Feuer und Wut» gedroht. Laut Politikwissenschaftler Daniel Drezner der Universität St.Gallen schlägt auch Trumps aggressive Zollpolitik in eine ähnliche Kerbe.

«Unter gewissen Umständen kann die Madman-Theorie als kurzzeitige Strategie funktionieren», meint Drezner in seinem Videobeitrag aus dem vergangenen Jahr. Zum Beispiel, wenn sie in einer Verhandlung auf eine einzelne Forderung angewendet wird, während man sich bei anderen Punkten kompromissbereit zeigt.

Grundsätzlich hält Drezner von der Madman-Theorie aber nichts. Die Strategie sei beispielsweise äusserst schädlich für das Vertrauen in einen Verhandlungspartner. «Wenn sich Trump so verhält, ist sein Gegenüber oft verunsichert, ob er sich überhaupt an irgendeine Abmachung hält», erklärt Drezner. Das heisst, die Partner werden die Gespräche oft entweder abbrechen oder sich auf ihre eigenen Forderungen versteifen.

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Parallelen zwischen Vietnam und Iran

Dass die Verhandlungsstrategie in einem grossen Konflikt nur bedingt funktioniert, zeigte sich bereits im Vietnamkrieg. Das kommunistische Nordvietnam unterzeichnete im Januar 1973 zwar ein Friedensabkommen mit den USA.

Amerikanische Truppen wurden infolge aus dem Land in Südostasien abgezogen. Und Nordvietnam konnte zwei Jahre später Saigon einnehmen, die Hauptstadt von Südvietnam. Das Land war damit komplett unter kommunistischer Herrschaft. Eine Schmach für die USA. Fast 60'000 US-Soldaten wurden in dem jahrelangen Konflikt getötet. 

Ein ähnliches Bild zeichnet sich nun in Trumps Madman-Waffenstillstand mit dem Iran ab, wie eine Analyse des «Guardian» zeigt. Teheran stimmt zu, die für den internationalen Ölhandel essenzielle Strasse von Hormus wiederzueröffnen. Offen war diese aber bereits vor dem US-israelischen Angriff am 28. Februar. Der einzige Unterschied ist jetzt, dass der Iran eine Durchfahrtsgebühr von bis zu 1,5 Millionen Franken pro Öltanker fordert.

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