Darum gehts
- Hund Tokyo kollabiert auf Ben Nevis nach Cannabisaufnahme, Rettung per Trage
- Cannabis für Hunde lebensbedrohlich, Symptome wie Erbrechen und Bewusstlosigkeit
- Labrador Tokyo wog 25 kg, erholte sich nach tierärztlicher Behandlung vollständig
Es sollte ein schöner Ausflug auf den Ben Nevis werden, doch für Christina Bluhme und ihren schwarzen Labrador Tokyo wurde die Wanderung zum Alptraum. Auf halber Strecke zum Gipfel des höchsten Bergs Grossbritanniens brach die sonst so fitte Hündin plötzlich zusammen. Tokyo verlor die Kontrolle über ihre Beine und driftete immer wieder in die Bewusstlosigkeit ab.
«Ich dachte wirklich, ich würde sie verlieren», erinnert sich die Hundetrainerin im Gespräch mit der BBC an die dramatischen Momente. Das Lochaber Mountain Rescue Team eilte zu Hilfe und trug den 25 Kilogramm schweren Labrador auf einer Trage ins Tal. Die Diagnose der Tierärzte: Tokyo hatte vermutlich weggeworfenes Cannabis gefressen, das auf dem Wanderweg lag.
Gefahren und tierische Hanfanwendungen
Die Geschichte ging glimpflich aus – Tokyo erholte sich zum Glück vollständig. Anders als beim Menschen kann schon eine geringe Menge Cannabis für Hunde lebensbedrohlich sein. Die Symptome reichen von Koordinationsstörungen und Erbrechen über starkes Zittern bis hin zu Bewusstseinsstörungen.
Dabei gibt es durchaus Anwendungen von Hanf in der Tiermedizin – allerdings ohne den berauschenden Wirkstoff THC. In der Schweiz verschreiben Tierärzte zunehmend CBD-Öl für Hunde, um Ängste bei Feuerwerk oder Trennungsangst zu lindern, Arthrose-Schmerzen zu reduzieren oder Krämpfe zu behandeln.
Rauschzustände: Ein tierisches Phänomen
Interessanterweise sind Rauschzustände im Tierreich gar nicht so selten – nur meist gehen diese auf natürliche Substanzen zurück. Katzen etwa werden von Katzenminze in einen regelrechten Glückstaumel versetzt. Der Inhaltsstoff Nepetalacton lässt sie sich wälzen, sabbern und schnurren, als wären sie völlig high.
Auch in freier Wildbahn berauschen sich Tiere – manchmal wohl versehentlich, manchmal aber auch gezielt. In Frankreich warnte die Polizei bereits vor betrunkenen Wildtieren, die an vergorenen Früchten genascht hatten und torkelnd über Strassen liefen.
Auf der Suche nach dem nächsten Kick
Zedernseidenschwänze in Nordamerika ernähren sich monatelang fast ausschliesslich von Beeren. Beginnen diese zu gären, berauschen sich die Vögel am entstehenden Alkohol, mit ähnlichen Folgen wie beim Menschen: Ihre Reflexe verlangsamen sich.
Besonders faszinierend sind sibirische Rentiere, die gezielt halluzinogene Fliegenpilze fressen. Ihre komplexen Mägen neutralisieren offenbar einen Grossteil der Giftstoffe, während die berauschende Wirkung erhalten bleibt. Und Spitzhörnchen in Thailand ernähren sich vom Nektar der Bertam-Palme, der sofort zu gären beginnt und einen Alkoholgehalt von über drei Prozent erreicht.