Darum gehts
- Pedro Sánchez beendet wegen besserer Lage den Notstand in Spanien
- 50'000 Hektar Land durch Burgohondo-Feuer zerstört, neue Brände drohen
- Hilfsplan mit 42 Massnahmen und 90 Mio. CHF in Kastilien und León
Am Donnerstag verkündete der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez angesichts der verbesserten Lage bei den Waldbränden in Ávila und Madrid das Ende des nationalen Notstands. Doch auch wenn das verheerende Burgohondo-Feuer, das mehr als 50'000 Hektar Land verwüstet hat, mittlerweile an den schlimmsten Stellen unter Kontrolle ist und technisch stabilisiert wurde, breiten sich in anderen Regionen bereits neue Waldbrände aus.
So berichtet der Sender RTVE von gefährlichen neuen Ausbrüchen in Fermoselle bei Zamora sowie in San Cipriano del Condado, Veguellina und Valdelaoba in der Provinz León – alle im Nordwesten Spaniens. Die seit Mittwoch andauernde Hitzewelle sorgt dafür, dass sich am Donnerstag neue Brandherde verbreiten. Die spanische Wetterbehörde Aemet warnt weiterhin vor einer extrem hohen Waldbrandgefahr im ganzen Land.
«Kurzfristig können wir nicht optimistisch sein»
In den Regionen Kastilien und León steigen neben den hohen Temperaturen auch Windböen mit Geschwindigkeiten von über 50 km/h für die Ausbreitung der neuen Waldbrände. Wie RTVE berichtet, gehen Feuerwehrleute davon aus, dass einer der aktuell besorgniserregendsten Brände, der in Fermoselle im Naturpark Arribes del Duero ausgebrochen ist, auch in den nächsten Stunden nicht unter Kontrolle gebracht werden könne.
In der Nacht seien bereits Brandherde im Norden und Osten der Region stabilisiert worden. Allerdings habe die Feuerwehr im Süden und Osten mit vier aktiven Brandfronten sowie Glutnestern zu kämpfen. Mariano Rodríguez Alonso, Leiter des Umweltdienstes der Regionalregierung in Zamora, erklärte: «Kurzfristig können wir nicht optimistisch sein.»
Mehrere Evakuierungen in betroffenen Regionen
Auch in der Provinz León wüten drei aktive Brände: in Valdelaloba, San Cipriano del Condado und Veguellina. Letztere war bereits im vergangenen Jahr rund um Bierzo von Waldbränden schwer verwüstet worden. Zehntausende Hektar Wald und Buschland wurden damals zerstört.
Mehrere Städte, Dörfer und Wohnsiedlungen in den von Waldbränden betroffenen Gebieten wurden evakuiert – Hunderte von Bewohnern mussten ihr Heim zurücklassen.
Der Präsident von Kastilien und León, Alfonso Fernández Mañueco, hat einen Hilfsplan mit 42 Massnahmen und einem Budget von rund 90 Millionen Euro angekündigt, das im Laufe des Sommers aufgestockt werden soll. Die Hilfen umfassen direkte Unterstützung für Familien, Unternehmen und Gemeinden.