Darum gehts
- Vor Kyrenia kenterte am Sonntag eine Fähre mit 270 Passagieren
- Besatzung soll Warnungen ignoriert und Notausgänge verschlossen haben
- Mindestens 8 Tote, Dutzende vermisst; Kapitän und Crew festgenommen
Neue Details zum dramatischen Bootsunglück vor Zypern kommen ans Licht. Am Sonntag kenterte wenige Kilometer vor der Hafenstadt Kyrenia eine Katamaran-Fähre. Von den 270 Passagieren an Bord verstarben bei dem Unglück acht, Dutzende weitere werden noch vermisst.
Besonders tragisch: Unter den Vermissten befinden sich ein 9-jähriger Bub und ein 12-jähriges Mädchen, wie unter anderem «Focus» berichtet. Die Mutter der beiden schilderte dem türkischen Sender NTV, wie sie ihre Kinder im Chaos des Bootsunglücks verlor.
Koffer auf Mutter und Kinder gefallen
«Meine Tochter ist mir aus den Händen entglitten. Ich konnte sie nicht halten. Ich habe ihre Hand gehalten, auf uns sind Koffer gefallen und ihre Hand ist mir entglitten», erzählte die Mutter unter Tränen. «Mama, lass unsere Hände nicht los!», hätten die beiden Kinder noch geschrien.
Auf der Fähre habe ein grosses Durcheinander geherrscht. Überall sei Benzin ausgelaufen und der Boden sei rutschig gewesen. Die Passagiere hätten bei ihren Rettungsversuchen wenig Rücksicht auf andere genommen und seien übereinander geklettert.
«Verdammt sollen sie sein!»
Die Mutter vermutet, dass ihre Kinder noch immer im Innern der Fähre eingeklemmt sind. Der Besatzung des Schiffes macht die Frau derweil schwere Vorwürfe. Auf Warnungen der Passagiere habe die Crew entweder gar nicht oder nur mit Spott reagiert. «Verdammt sollen sie sein!»
Der Kapitän und sieben Crewmitglieder der Fähre wurden bereits am Sonntagabend von den Behörden auf Zypern festgenommen. Der Kapitän soll, als die Fähre zu kentern drohte, vom Schiff geflohen sein. Zudem berichten mehrere Passagiere von verschlossenen Notausgängen. Die Suche nach den vermissten Passagieren dauert derweil an.