Darum gehts
- Ein Passagier starb nach Eskalation auf Jet2-Flug von Larnaca nach Manchester
- Mann wurde nach Angriffen an Bord überwältigt und verstarb am 23. Juni
- Polizei und Crew intervenierten, Tokioer Abkommen regelt solche Vorfälle
Ein aggressiver Passagier auf einem Flug der britischen Billigairline Jet2 ist unter tragischen Umständen ums Leben gekommen. Laut «The Guardian» eskalierte ein Streit am 22. Juni auf dem Weg von Larnaca (Zypern) nach Manchester.
Gegen 2.25 Uhr attackierte ein Mann in seinen Dreissigern plötzlich Passagiere und die Crew. Laut Polizeiangaben sprach der Brite zunächst Drohungen aus und wurde auch gegenüber seiner Partnerin ausfällig.
Crew bespuckt, gegen Cockpittür geschlagen
Nach einer Ansprache durch die Crew sei der Boxer zunehmend aggressiv geworden, habe Alkohol konsumiert, gegen Gepäckfächer und die Cockpittür geschlagen und anderen Reisenden Prügel angedroht. Die Eskalation gipfelte darin, dass er ein Crewmitglied bespuckte und einem Mitreisenden einen Kopfstoss verpasste.
Erst nachdem er von Passagieren überwältigt und festgehalten wurde, beruhigte sich die Lage allmählich. Nach der Landung eilten umgehend Polizisten ins Flugzeug, um den Mann festzunehmen. Dabei stellten sie jedoch fest, dass dieser nicht mehr ansprechbar war.
Trotz Wiederbelebungsversuchen und einer Einlieferung ins Spital verstarb der Mann am Nachmittag des 23. Juni, wie die Polizei mitteilte.
Dürfen Passagiere festgehalten werden?
Jet2 erklärte in einer Stellungnahme: «Wir haben Kenntnis davon, dass ein Kunde leider verstorben ist, nachdem ins Spital gebracht worden war. Wir möchten den Freunden und Angehörigen des Kunden unser aufrichtiges Beileid aussprechen. Da die Ermittlungen noch andauern, wäre es unangemessen, wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt weitere Stellungnahmen abgeben würden.»
Im Tokioer Abkommen von 1963 – das Abkommen über strafbare Handlungen an Bord von Flugzeugen – regelt klar, was Besatzungsmitglieder beziehungsweise Passagiere in einer solchen Situation dürfen. Darin heisst es: Hat der Pilot ausreichende Gründe für die Annahme, dass eine Person an Bord des Luftfahrzeugs eine strafbare Handlung begangen hat oder im Begriff ist, so kann er gegenüber dieser Person angemessene Massnahmen, einschliesslich Zwangsmassnahmen, treffen.
Ziel dieser Massnahmen ist es, die Sicherheit des Flugzeuges oder von Personen zu gewährleisten sowie Ordnung und Disziplin an Bord aufrechtzuerhalten. Der Kapitän kann auch andere Besatzungsmitglieder anweisen, ihn zu unterstützen, oder Passagiere um Hilfe bitten.
In dringenden Fällen dürfen Besatzungsmitglieder und sogar Fluggäste auch ohne ausdrückliche Anweisung eingreifen, wenn sie berechtigten Grund zur Annahme haben, dass sofortiges Handeln notwendig ist, um die Sicherheit des Flugzeugs oder der Menschen und Gegenstände an Bord zu schützen.