Darum gehts
- Katamaran-Fähre mit über 270 Passagieren nahe Kyrenia gekentert am 30. August
- Acht Tote gemeldet, Rettungskräfte bereits vor Ort
- Unfall auf Route zwischen Nordzypern und Tasucu, Eigentümer unbekannt
Drama auf dem Mittelmeer: Wenige Kilometer vor der Hafenstadt Kyrenia in Nordzypern ist am Sonntag eine Katamaran-Fähre gekentert. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP. An Bord befanden sich 267 Passagiere.
Der Ministerpräsident von Nordzypern, Ünal Üstel (71), gab laut der Nachrichtenagentur TAK bekannt, dass es Todesopfer und Verletzte unter den Passagieren gegeben habe. Am späteren Nachmittag berichtete die Tageszeitung «Cumhuriyet» dass mittlerweile das siebte Todesopfer bestätigt worden sei. Demzufolge werden noch nach 23 Menschen gesucht. Das bestätigte der nordzyprische Präsident Tufan Erhürman auch dem Sender CNN Türk. 237 Passagiere seien gerettet worden.
Diese Zahl wurde am Sonntagabend angepasst. Nach einem Bericht von «Cumhuriyet» mit Bezug auf Aussagen des türkischen Verkehrsministers Erhan Arikli sind acht Menschen verstorben, 17 Personen werden noch vermisst.
Kapitän und Crewmitglieder festgenommen
Wie «NBC News» und die türkische Tageszeitung «Cumhuriyet» am Sonntagabend berichteten, gab Ünal Üstel, Ministerpräsident von Nordzypern, die Festnahmen von Crewmitgliedern der verunglückten Fähre bekannt. Demnach wurden der Kapitän und sieben Besatzungsmitglieder festgenommen. Der Kapitän soll, als die Fähre zu kentern drohte, vom Schiff geflohen sein. Zudem berichten mehrere Passagiere von verschlossenen Notausgängen.
Üstel erklärte: «Jeder Aspekt dieses Vorfalls wird untersucht werden». Er führte aus: «Selbst die geringste Fahrlässigkeit wird aufgedeckt werden. Wer auch immer sich als schuldig oder verantwortlich erweist, wird nicht ungeschoren davonkommen.»
Rettungskräfte im Einsatz
Das türkische Staatsfernsehen TRT meldet, dass das Schiff plötzlich Wasser aufnahm und kenterte. Der nordzyprische Verkehrsminister Erhan Arikli erklärt, die Rettungskräfte seien bereits vor Ort.
Dem Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) liegen derzeit keine Informationen über Schweizer Opfer vor, wie es auf Anfrage von Blick erklärt. Man habe Kenntnis von dem Fährunglück und die Schweizer Vertretung in Nikosia stehe mit den zuständigen Behörden in Kontakt. Schweizerische Staatsangehörige vor Ort sind gehalten, die Anweisungen der lokalen Behörden zu befolgen.
Die Fähre war auf dem Weg zum Hafen Tasucu in der türkischen Provinz Mersin. Auf dieser vielbefahrenen Route sind verschiedene Schifffahrtsunternehmen unterwegs. Wem der havarierte Katamaran gehört, ist derzeit noch unklar.