Darum gehts
- Ein Su-57-Kampfflugzeug stürzte am 23. Juli nahe Moskau ab
- Berichte deuten auf irrtümlichen Abschuss durch russische Luftverteidigung hin
- Nur rund 24 Su-57-Jets im Einsatz, Serienproduktion seit 2019
Wie russische Medien berichten, stürzte am Donnerstag ein Su-57-Kampfflugzeug über einem unbewohnten Gebiet in der Nähe von Moskau ab. Das Flugzeug soll erst kurz zuvor gestartet sein, der Pilot konnte sich über den Schleudersitz retten.
Offiziell ermitteln die Behörden nun wegen eines technischen Fehlers im Flugzeug. Wie es in einem Artikel des englischen «Military Watch Magazine» heisst, berichteten russische Quellen allerdings über einen irrtümlichen Abschuss durch die freiwillige territoriale Luftverteidigungseinheit BARS-Moskau – eine Blamage für Kreml-Chef Wladimir Putin (73), wenn sich dieser Verdacht bewahrheiten sollte.
Ein grosser Verlust für die russischen Luftstreitkräfte
Das Tarnkappenflugzeug des Herstellers Suchoi wird bereits seit 2019 in Serienproduktion hergestellt – allerdings sind Russlands Produktionskapazitäten begrenzt. Laut der deutschen «Flug Revue» sind derzeit kaum mehr als zwei Dutzend Su-57-Jets im Dienst. Blick zeigt, welche Eigenschaften das Kampfflugzeug der fünften Generation zum wertvollsten der russischen Luftwaffe machen.
Tarnkappentechnik
Die Su-57 wurde als Mehrzweckjagdflugzeug konstruiert, um sowohl in der Luft als auch am Boden präzise Angriffsschläge zu verüben. Im Flugzeug werden radarabsorbierende Materialien verbaut. Diese Tarnkappentechnik der Su-57 wurde jedoch bereits von mehreren Experten im Vergleich zu anderen Flugzeugen als unzureichend eingestuft.
Supercruise
Als Kampfflugzeug der fünften Generation wurde die Su-57 dafür ausgelegt, ohne Nachbrenner Überschallgeschwindigkeit über längere Distanzen zu halten. Allerdings kommt es dabei auf das verwendete Triebwerk an. In der Vergangenheit zweifelte unter anderem die «Flug Revue» an der sogenannten Supercruise-Funktion der Su-57. Maschinen, die mit dem neueren AL-51F1 versehen sind, können die Leistung jedoch erzielen. Zudem werden bei Jets mit AL-51F1 Triebwerk auch andere Schubdüsen verwendet, die aufgrund ihrer Form zu einer besseren Tarnkappenfunktion beitragen.
Bewaffnungsmöglichkeiten
Wie «Focus» berichtete, gehören die Marschflugkörper CH-59MK2 und CH-69 zu der wichtigsten Bewaffnung der Su-57. Dabei soll die CH-69 eine Entfernung von 400 Kilometern zurücklegen können und auch in geringer Höhe zum Einsatz kommen. Im Zusammenhang mit der Tarnkappenfunktion befinden sich die Waffen der Su-57 im Normalfall in Waffenschächten im Inneren des Jets. Wie die «Flug Revue» schreibt, können aber auch die externen Rumpf- und Flügelstationen bewaffnet werden.
Vernetzung
Die Su-57 verfügt laut dem «Military Watch Magazine» im Vergleich zu früheren russischen Jets über fortschrittlichere Datenverbindungen. Dadurch kann sie wichtige Aufgaben in der Datensammlung übernehmen. Zukünftige Modelle sollen zudem Platz für eine weitere Person bieten und zu einer mobilen Kontrollplattform, unter anderem für Drohnenangriffe, werden.