Darum gehts
- Ein Epstein-Opfer, beschreibt Missbrauch und Vergewaltigung durch Epstein
- Epstein missbrauchte sie während ihrer Bewusstlosigkeit, laut Aussagen des Opfers
- Opfer fordert, dass geheime Akten veröffentlicht werden
«Ich würde mir wünschen, dass wir heilen können»: Diesen Wunsch äussert das Epstein-Opfer Nicky, wie sie anonymisiert von «BBC» genannt wird, in einem Interview. Sie erzählt darin, dass Jeffrey Epstein (1953–2019) sie vergewaltigt und unter Drogen gesetzt haben soll.
Als sie 19 Jahre alt war, arbeitete Nicky als Model. Sie kam in Kontakt mit Epstein und sollte ihn massieren. Er habe sie beim ersten Treffen aufgefordert, ihr Oberteil und ihren BH auszuziehen. «Ich dachte ehrlich gesagt: Na ja, vielleicht ist es nur ein alter reicher Mann mit einem Fetisch, und was solls». Und: «Ich meine, es hat meine Miete bezahlt.»
Er bot ihr Wasser an, dann fehlen ihr 12 Stunden Erinnerung
Doch beim zweiten Treffen wollte Epstein mehr. Er wollte Sex. Als sie erklärte, dass sie ihre Periode habe, liess er von ihr ab und soll angefangen haben, sich selbst zu befriedigen.
Sie ging ins Badezimmer, um sich das Massageöl abzuwaschen. Epstein soll ihr dann was zum Trinken angeboten haben. «Ich habe etwas Wasser getrunken und kann mich an mindestens 12 Stunden danach an nichts erinnern», sagt Nicky zu BBC.
Nachdem sie wieder erwacht sei, habe es Anzeichen für Geschlechtsverkehr gegeben. Nicky glaubt, dass Epstein sie unter Drogen gesetzt und dann vergewaltigt habe.
Alle Epstein-Akten sollen freigegeben werden
Nicky berichtete auch über die psychischen Langzeitfolgen des Missbrauchs. «Ich weiss nicht, wie ich das geschafft habe», sagt sie über ihr Überleben. Sie schildert, wie sie oft darüber nachdachte, ob ihre Kinder ohne sie besser dran wären.
Heilung sei schwer, solange sie das Gefühl habe, dem Täter nicht entkommen zu können. «Dass es uns ständig und unaufhörlich vorgehalten wird, bei jeder Gelegenheit, erlaubt uns nicht, zu heilen», sagt sie.
Ein weiterer Kampf der Überlebenden ist der Zugang zu zwei Millionen Ermittlungsakten im Fall Epstein, die das US-Justizministerium zurückhalte. Nicky kritisiert, dass die Dokumente trotz eines Gesetzes von 2025, das ihre Freigabe vorschreibt, noch nicht veröffentlicht wurden. Sie fordert Transparenz: «Alle Epstein-Akten sollten ordnungsgemäss, ehrlich und ethisch korrekt freigegeben werden.»