Darum gehts
- Ukrainische Drohnen griffen Sonntagnacht die Tuapse-Ölraffinerie in Südrussland an
- Mindestens zwei Lagertanks beschädigt, Drohnentrümmer trafen zivile Gebäude
- Die Raffinerie verarbeitet jährlich rund 12 Millionen Tonnen Rohöl
Der Ukraine ist ein weiterer Schlag gegen die russische Kriegsfinanzierung gelungen. Ersten Berichten zufolge haben ukrainische Drohnen Sonntagnacht die Ölraffinerie Tuapse in der südrussischen Region Krasnodar angegriffen.
Russische Telegram-Kanäle berichteten unter Berufung auf Augenzeugenberichte von Explosionen im Hafengebiet der Stadt. Aus dem betroffenen Gebiet schlugen grosse Flammen hervor, mindestens zwei Lagertanks der Raffinerie sollen getroffen worden sein. Am Morgen zeigten Videos in den sozialen Medien zudem eine gewaltige Rauchsäule über der Stadt.
Gouverneur: Drohnentrümmer treffen zivile Gebäude
Der Gouverneur der Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew (55), bestätigte den Angriff «im Seehafen von Tuapse». Das Ziel des Angriffs konkretisierte er nicht. Kondratjew gab ferner an, dass bei dem Angriff ein Mann getötet und ein weiterer Mann verletzt worden seien.
Drohnentrümmer sollen laut dem Gouverneur zudem mehrere Gebäude der Stadt beschädigt haben, darunter eine Grundschule, ein Kindergarten, ein Museum, ein Wohnhaus und eine Kirche. Auch eine Gasleitung soll Schaden genommen haben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.
So wichtig ist die Ölraffinerie in Tuapse
Das ukrainische Militär hat sich bislang nicht zu den Angriffen geäussert. Das genaue Ausmass des entstandenen Schadens ist ebenfalls noch unklar.
Die Tuapse-Ölraffinerie, eine Anlage des Staatskonzerns Rosneft, ist eine der zehn grössten Ölraffinerien Russlands. Die Raffinerie hat eine Verarbeitungskapazität von rund 12 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. Ukrainische Drohnenangriffe zielen immer wieder auf russische Ölinfrastruktur. So will die Ukraine die wichtigste Einnahmequelle des Kremls reduzieren.
Russische Landungsschiffe «ausser Gefecht» gesetzt
Auf Telegram vermeldete der militärische Nachrichtendienst des ukrainischen Verteidigungsministeriums GUR dafür einen anderen Erfolg: Man habe am Wochenende zwei grosse Landungsschiffe der Russen und eine Radaranlage auf der Krim getroffen. Bei den Landungsschiffen handelt es sich den Angaben nach um die «Jamal» und die «Nikolai Filtschenkow». Sie befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs in der Bucht von Sewastopol.
Das Landungsschiff «Jamal» wurde 1988 in Dienst gestellt. Es ist über 100 Meter lang und kann bis zu 500 Tonnen Fracht transportieren, darunter gepanzerte Fahrzeuge. «Der geschätzte Wert des Schiffes beträgt über 80 Millionen Dollar», schreibt der GUR in einem Beitrag.
Die «Nikolai Filtschenkow», Baujahr 1975, verfügt über eine Ladekapazität von bis zu 1000 Tonnen, wodurch der Transport Dutzender gepanzerter Fahrzeuge und eines grossen Landungstrupps möglich ist. Es ist umgerechnet 55 Millionen Franken wert. Der GUR behauptet, beide Schiffe «ausser Gefecht gesetzt» zu haben.
Zudem getroffen wurde die Radaranlage Podlot-K1. Sie war fast 4 Millionen Franken teuer.