Darum gehts
Ivanka Trump (44), die ältere Tochter des US-Präsidenten, erinnert sich im Dokumentarfilm «Born Rich» (2003) gut an den Tag, als ihr Vater mit ihr durch Manhattan spazierte und auf einen Obdachlosen zeigte: «Schau dir diesen Mann an. Er ist 8 Milliarden Dollar reicher als ich», soll Donald Trump (80) irgendwann in den 1990er-Jahren zu seiner Tochter gesagt haben.
Der Unternehmer war wegen diverser Investments schwer verschuldet. Ein extremer Kontrast zu heute: 2026 geht es dem mächtigsten Mann der Welt finanziell hervorragend, wie das diese Woche veröffentlichte 927-seitige Dokument zur Offenlegung von Trumps Finanzen verrät. Blick hat sich durchgescrollt, um herauszufinden, wie Trump als Präsident Milliarden verdiente, wer ihm fette Geschenke machte (darunter sind gleich mehrere Schweizer) und welche Erfindung ihn bald noch viel reicher machen könnte.
Mehr als 2,2 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Franken) hat Trump 2025 verdient – zusätzlich zum 400'000-Dollar-Lohn, den er als US-Präsident erhält. Und zwar so:
Florierendes Familienunternehmen
Alleine der Mar-a-Lago-Club in Florida hat dem Familienunternehmen 2025 satte 77,4 Millionen Dollar eingebracht. Mit seinen Golfplätzen – im Juli hat er in Schottland einen neuen eingeweiht –, Hotels und Trump-Artikeln von Schuhen über Bibeln bis hin zu Parfums hat er Hunderte Millionen verdient. Alleine dafür, dass Hotelbesitzer im Ausland mit seinem Namen werben dürfen, kassierte er 52 Millionen Dollar.
Trump selbst ist laut eigenen Angaben zwar nicht mehr operativ in seinem Familienunternehmen tätig. Als Besitzer aber ist er nach wie vor Hauptprofiteur des florierenden Geschäfts. Geleitet wird die Firma von seinen beiden älteren Söhnen Donald Junior (48) und Eric (42).
Trump, der Trader
Das Investitionsportfolio des 80-Jährigen ist imposant. Auf acht Trading-Konten hält er 6134 verschiedene Aktien, Fonds und sonstige Beteiligungen. Dabei waren Trumps Profi-Investoren – er sagt, er selbst rühre das Geld nicht an – alles andere als passiv: Ganze 21'285 Trades führten sie 2025 aus. Alleine mit Kryptohandel nahm Trump so mehr als 1,4 Milliarden Dollar ein.
Verboten ist das laut den US-Gesetzen nicht. Heikel aber wird es, wenn das Weisse Haus auch mit dem Zugang zum Präsidenten Geld verdient. Genau das machte Trump, als er im Mai 2025 und dann erneut im April 2026 die grössten Investoren in seine Kryptowährung $TRUMP zu exklusiven Events einlud.
Geschenke, Geschenke, Geschenke
Der Goldbarren und die Rolex-Uhr, die Schweizer Unternehmer im November ins Oval Office mitbrachten, waren nur die Spitze des Geschenkebergs, den ausländische Emissäre nach Washington schleppten. Katar schenkte Trump einen 400 Millionen Dollar teuren Flieger, den der Amerikaner seit dieser Woche als Präsidentenflieger nutzt. Rolex schenkte ihm US-Open-Tickets im Wert von 25'000 Dollar. Und der Walliser Fifa-Chef Gianni Infantino (56) überbrachte ihm Tickets für den WM-Final im Wert von 15'000 Dollar.
Klingelnde Kasse durch Klagen
Ganze 86 Millionen Dollar erhielt Trump an Wiedergutmachungszahlungen von Medienkonzernen wie ABC und CBS. Der US-Präsident weiss offenbar, wie man seine Gegner mit legalen Drohgebärden zur Kasse bitten kann.
Den grössten Coup landete er durch eine Einigung mit den US-Steuerbehörden, denen er als Präsident vorsteht. Ein Steuerbeamter veröffentlichte illegalerweise Auszüge aus Trumps Steuererklärung. Trump verklagte die Behörde auf 10 Milliarden Schadenersatz. Aussergerichtlich einigte man sich darauf, dass Trump die Klage zurückzieht und dafür absolute Immunität vor Steueruntersuchungen erhält.
Bald kommt das Platinum-Visum für Superreiche
Trump hat weitere Köder ausgeworfen, um in Zukunft gut Geld verdienen zu können. So hat er diverse schwerreiche Straftäter begnadigt – etwa den Gründer der Finanzplattform Binance, Changpeng Zhao (48), der Trump im Gegenzug bei der Lancierung seines $TRUMP-Coins half. Reuters berichtet, dass ominöse Vermittler reichen Gefängnisinsassen für rund 2 Millionen Dollar Zugang zu Trump und damit zu einem möglichen präsidialen Pardon verkaufen.
Selbst das Recht, in den USA zu leben und zu arbeiten, ist unter Trump inzwischen käuflich. Wer 15'000 Dollar Gebühren bezahlt und dem von Trump kontrollierten US-Handelsministerium 1 Million Dollar schenkt, erhält auf der Überholspur Zugang zu einer Green Card, einer langfristigen US-Aufenthaltsbewilligung. Trump nennt das die «Trump Gold Card». In Arbeit ist derzeit auch eine «Trump Platinum Card». Für eine Schenkung von 5 Millionen soll man damit in den USA leben können, ohne sein im Ausland erwirtschaftetes Geld versteuern zu müssen.
Gut für jene, die es haben – und natürlich noch besser für Trump, der sich auch in den kommenden Jahren zufrieden die Hände reiben darf.