Darum gehts
- Explosion auf Krim: Überläufer Robert Schagejew (†49) in Sewastopol getötet
- Mutmassliche Täterin Margarita R. (32) soll im Auftrag Kiews gehandelt haben
- R. drohen 30 Jahre Haft, Schagejew seit 2014 im Russen-Militär
Eine in einem Abfalleimer versteckte Bombe, eine Explosion auf einer Treppe und ein toter Ex-Offizier der ukrainischen Marine, der zu Russland übergelaufen ist. Was nach einem Agententhriller tönt, hat sich auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim tatsächlich zugetragen.
Robert Schagejew (†49), Offizier der russischen Schwarzmeerflotte, wurde in Sewastopol getötet. Die Drahtzieherin des Anschlags soll Margarita R.* (32) sein. Die Russin wurde verhaftet, ihr wird Mord vorgeworfen. Die Tat, die sie offenbar im Auftrag ukrainischer Geheimdienste beging, soll sie gestanden haben. Unabhängig verifizieren lässt sich das nicht. Laut dem Telegram-Kanal «Mash» wollte R., deren Name angeblich auf Escort-Websites auftaucht, nach dem Anschlag fliehen.
Schagejew lief zu den Russen über
Wann R. mit den ukrainischen Geheimdiensten in Kontakt kam, ist unklar. Allerdings soll sie in der Vergangenheit eine Busse für Diskreditierung der russischen Armee kassiert haben. Die Höhe der Busse laut «Telegraph»: knapp 300 Franken. Sollte R. für den Anschlag verurteilt werden, drohen ihr Berichten zufolge bis zu dreissig Jahre Haft.
Schagejew kommandierte im Jahr 2014, als Russland die Krim besetzte, das einzige U-Boot der ukrainischen Marine, die Saporischschja. Er soll das U-Boot damals an die Russen übergeben haben. Anschliessend heuerte er in der russischen Schwarzmeerflotte an.
* Name bekannt