Darum gehts
- Buchcover von J. D. Vance zeigt falsche Kirche, Veröffentlichung am 16. Juni
- Bild zeigt eine Methodistenkirche, keine katholische Kirche wie im Buch
- Geschichte über Glauben könnte konservative Wähler überzeugen
Eine weisse Holzkirche mit spitzem Turm. Eine grüne Hügellandschaft im Sonnenuntergang. Darüber der blassblaue Abendhimmel der Appalachen.
So präsentiert sich «Communion», das neueste Buch von Vizepräsident J. D. Vance (41), das am 16. Juni erscheint. Untertitel: «Wie ich zum Glauben zurückfand». Laut Klappentext geht es um seine Konversion zum Katholizismus.
Nun haben US-Medien aber einen peinlichen Fehler entdeckt. Oh mein Gott! Laut der Seite thebulwark.com zeigt das Coverfoto die Mount-Zion-Kirche in Elk Creek im Bundesstaat Virginia. Eine Methodistenkirche. Die Methodisten sind mit rund 5,4 Millionen Mitgliedern eine der grössten protestantischen Kirchgemeinden der USA – und definitiv keine Katholiken.
Ein Check von Blick auf Google Maps bestätigt dies. Auf dem Streetview-Foto sind die gleichen Bäume und die gleiche Kinderrutsche zu erkennen.
Ist es Schlamperei oder bewusste Provokation?
Vances Sprecher konnte die merkwürdige Bildwahl nicht erklären und verwies an den Verlag Harper Collins, der allerdings auch keine Stellungnahme abgab.
Ist es Schlamperei oder bewusste Provokation? Oder hat der Verlag einfach ein idyllisches Stockphoto aus einer Billig-Bilder-Datenbank verwendet, ohne viel zu überlegen?
Sicher ist nur, dass das Thema Glauben gerade in den USA wichtig und heikel ist. Der Buchstart kurz vor den Midterm-Wahlen ist wohl kein Zufall und könnte auch ein Vorbote für Vances Präsidentschaftsrennen 2028 sein.
Die Story, wie sich Vance erst von Gott abwandte und wieder zum Glauben fand, kommt bei vielen konservativen Wählern gut an. Nicht zuletzt ist auch Vance-Mentor und Techmilliardär Peter Thiel der katholischen Kirche zugeneigt und bezeichnet sich selbst als «orthodoxer Christ».
«Communion» ist nicht das erste Buch des amerikanischen Vizepräsidenten. Bereits mit dem 2016 veröffentlichten autobiografischen Sachbuch «Hillbilly Elegy» feierte J. D. Vance Erfolge.
Aus heutiger Sicht war das eine ganz andere Zeit. Eine Zeit, in der Vance Donald Trump noch ablehnte und als potenziellen «Hitler Amerikas» bezeichnete.