Darum gehts
- Trump fragt am 28. Februar Spender nach Wunschkandidat für Präsidentschaftswahlen 2028
- Mehrheit der Spender bei Veranstaltung unterstützte Rubio, Umfragen sehen jedoch Vance vorne
- Polymarket-Wetten auf Rubio am Dienstag auf Höchststand
Am 28. Februar startete US-Präsident Donald Trump (79) nicht nur gemeinsam mit Israel den Krieg im Iran. Er traf sich noch am selben Tag mit einigen seiner ranghöchsten Regierungsbeamten und politischen Spendern, um ihnen eine wichtige Frage zu stellen.
Trump fragte rund 25 Spender der Republikaner, darunter laut einem Bericht von NBC News den Besitzer der New England Patriots, Robert Kraft (84), und den Milliardär Rick Jackson, wen er ihrer Meinung nach im Jahr 2028 als Präsidentschaftskandidaten unterstützen sollte: Aussenminister Marco Rubio (54) oder Vizepräsident J.D. Vance (41)?
Umfragen zeigen klares Bild – Trendwende bei Wettanbieter
Laut zwei Personen, die an diesem Abend im Raum waren, soll der Jubel Bände gesprochen haben. Die Anwesenden hätten mehrheitlich ihre Unterstützung für Aussenminister Marco Rubio zum Ausdruck gebracht. Nur: Eine einzelne Veranstaltung sagt wenig aus.
Während mehrere Umfragen J.D. Vance klar vorne sehen, ist zumindest beim Wettanbieter Polymarket eine kleine Trendwende erkennbar. Dort setzen immer mehr Personen auf Rubio statt auf Vance. Der Prognosemarktanbieter vermeldete am Dienstag gar einen neuen Höchststand bei den Wetten auf Rubio als Sieger der Präsidentschaftswahlen 2028. Blick erklärt, was für welchen der beiden US-Politiker spricht.
Das spricht für J.D. Vance
Vance ist allein schon als amtierender Vizepräsident institutionell die erste Wahl als Nachfolger innerhalb des Trump-Lagers. Der US-Präsident hat sich 2024 gezielt für den vergleichsweise jungen und loyalen «America First»-Vertreter, der vom Trump-Kritiker zum Trump-Jünger wurde, entschieden.
Vance kommt ursprünglich aus einer weissen Arbeiterfamilie im Rust Belt, eine ehemalige Industrieregion im Nordosten und Mittleren Westen der USA, die einen jahrzehntelangen wirtschaftlichen Niedergang hinter sich hat. Seine Biografie passt perfekt zur Kernklientel der Republikaner in den wichtigen Swing States Pennsylvannia, Michigan und Wisconsin. Mit seinem elitenkompatiblen CV und der populistischen Rhetorik kann er gleichzeitig die Brücke zwischen Basis, Geldgebern und Partei-Establishment schlagen.
Das spricht für Marco Rubio
Als langjähriger Senator aus Florida und amtierender US-Aussenminister kennt sich Rubio im Politbetrieb gut aus. Seine Erfahrung mit Diplomatie und internationalen Krisen gelten als Pluspunkt. In den Umfragen liegt er zwar hinter Vance, aber vor anderen Republikanern.
Eine YouGov-Umfrage vom letzten September zeigt, dass Rubio sich einen Kern loyaler Unterstützer aufgebaut hat und innerhalb der Partei als konsensfähige Figur wahrgenommen wird. Interne Spannungen wären mit Rubio wohl passé. Dank seiner kubanischen Wurzeln erreicht Rubio die Latino-Wähler.
Am Ende könnte sich Trump auch für den Mittelweg entscheiden: eine Doppelspitze mit Vance als Kandidat für das Oval Office und Rubio als dessen potenzieller Vize. Trump deutete in der Vergangenheit vor Reportern an, dass ein Ticket mit Vance an der Spitze und einem etablierten aussenpolitischen Republikaner wie Marco Rubio in prominenter Rolle «unaufhaltsam» sein könnte.