«Wir holen uns unser Land zurück»
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AfD-Siegmund nach Wahlerfolg:«Wir holen uns unser Land zurück»

Siegmund braucht Schützenhilfe
AfD holt 39 Sitze – verpasst absolutes Mehr im Landtag

Am Sonntag fand in Sachsen-Anhalt die Landtagswahl statt. Die AfD gewinnt die Wahl deutlich, verpasst aber die absolute Mehrheit. Die CDU halbiert sich und dem BSW gelingt nach einer Zitterpartie der Einzug in den Landtag. Die aktuellen Entwicklungen im Ticker.
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Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) und Herausforderer Ulrich Siegmund (AfD) in einem Wahlkampfduell in Halle an der Saale.
Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur
vor 47 Minuten

«Eine Million Nazis» – Komiker Müller irritiert mit Tweet

«Was ich nicht so verstehe, warum der Kanzler eines achtzig Mio-Landes wegen einer knappen Million Nazis in einem gescheiterten Gliedstaat zurücktreten soll», twitterte TV-Komiker nach dem AfD-Wahlsieg. Mit der Meinung ist er nicht allein. Auch Ex-Mitte-Präsident Gerhard Pfister repostete den Tweet. 

Beim Publikum kam die Aussage aber eher schlecht an: «Alle als Nazis beschimpfen, die demokratisch nicht so wählen, wie man es gerne hätte. Selbst für Müller ein neuer, beschämender Tiefpunkt», kommentierte ein User. Ein anderer schrieb: «Wer den Begriff Nazi inflationär gebraucht, entwertet die Erinnerung an die beispiellosen Gräueltaten der 1930er und 40er Jahre.»

07:06 Uhr

Mittelalte Wähler waren für AfD

Interessant ist die Aufschlüsselung der AfD-Wähler nach Alter. Die Rentner (Ü70) wählten die AfD «nur» mit 31 Prozent – gleich viel wie die CDU. Am beliebtesten war die AfD bei der Altersgruppe 35-59, wo sich weit über die Hälfte für die «Blauen» entschieden haben. Bei den Jungen warens 42 Prozent.

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06:31 Uhr

Musk gratuliert – Siegmund schreibt zurück

Tesla-Chef Elon Musk hatte der AfD und Alice Weidel in der Nacht zum Wahlsieg in Sachsen-Anhalt gratuliert (siehe Eintrag von 03.36 Uhr). Ulrich Siegmund reagierte auf den Beitrag und bedankte sich beim reichsten Mann der Welt. «Wenn wir hier Verantwortung übernehmen, würde ich die Gelegenheit zu einer starken und konstruktiven Zusammenarbeit sehr begrüssen. Deutschland wäre dann wieder ein Standort, in den es sich zu investieren lohnt. Beste Grüsse aus Sachsen-Anhalt!»

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Zuvor hatte bereits Trump den AfD-Sieg auf Truth Social gepostet. Das gabs nicht oft, dass sich ein US-Präsident für eine Landtagswahl in einem kleinen deutschen Bundesland interessiert.

06:24 Uhr

CDU-Debakel: Heute will Merz sprechen

Für die CDU ist es ein Schock: Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt erreichte die Partei gerade einmal 17,2 Prozent und verliert damit über die Hälfte des Stimmenanteils. Auch bei der Bundesregierung in Berlin herrscht deshalb Krisenstimmung. Gegen 13.30 Uhr ist ein öffentlicher Auftritt von Bundeskanzler Friedrich Merz (70) geplant. Er wird zusammen mit Sven Schulze – CDU-Spitzenkandidat und Wahlverlierer – sprechen. Zuvor finden Beratungen in der Fraktion statt. 

Um 10.15 Uhr planen die AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie Wahlsieger in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, ihrerseits eine Pressekonferenz. Die Stimmung dürfte dort eine deutlich andere sein. Die AfD holte mit 43,8 Prozent ein Rekordergebnis. 

Foto: IMAGO/Future Image
03:48 Uhr

AfD holt 44 Prozent – BSW schafft Landtagseinzug

Alle 2661 Wahlbezirke sind ausgezählt. Das vorläufige amtliche Endergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist da.

AfD: 43,8 Prozent (39 Sitze)

CDU: 17,2 Prozent (15 Sitze)

SPD: 9,3 Prozent (8 Sitze)

Grüne: 8,9 Prozent (8 Sitze)

Linke: 8,6 Prozent (8 Sitze)

BSW: 5,3 Prozent (5 Sitze)

Die AfD verpasst das absolute Mehr von 42 Sitzen. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ist damit auf Unterstützung angewiesen, wenn er Ministerpräsident werden will.

Bei der Wahl gab es eine rekordhohe Beteiligung von 77,8 Prozent.

03:36 Uhr

«Gut gemacht!»: Elon Musk gratuliert der AfD

Tesla-Chef Elon Musk unterstützt schon lange rechte Bewegungen in Europa. Kein Wunder, freut sich der reichste Mann der Welt auch über den Erfolg der AfD in Sachsen-Anhalt. «Gut gemacht!», postete Musk auf Deutsch auf seiner Plattform X als Antwort unter einen Beitrag von AfD-Chefin Alice Weidel.

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03:21 Uhr

AfD verpasst absolute Mehrheit im Landtag

Die AfD gewinnt die Wahl in Sachsen-Anhalt laut dem vorläufigen Ergebnis der Landeswahlleiterin deutlich. Sie verpasst aber die absolute Mehrheit im Landtag.

Die CDU landet auf dem zweiten Platz. Das BSW schafft den Einzug ins Landesparlament.

02:26 Uhr

Deshalb ist das Resultat des BSW so wichtig

97 Prozent der Stimmen sind ausgezählt. Doch ob Ulrich Siegmund Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt wird, ist immer noch völlig unklar.

Wenn das BSW den Einzug in den Landtag schafft, verpasst die AfD die absolute Mehrheit. Die Partei von Sahra Wagenknecht würde so zum Zünglein an der Waage. Doch Siegmund hat eine mögliche Zusammenarbeit mit dem BSW noch am Wahlabend gegenüber ZDF als «Gewurstel» abgelehnt.

Wenn das BSW den Einzug in den Landtag doch noch verpasst, wird es ganz knapp. Möglicherweise könnten sich CDU, SPD und Grüne zu einer Minderheitsregierung zusammenschliessen, die von der Linken toleriert wird.

Nur wenn die AfD mit ihren rund 44 Prozent die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag gewinnt, kann sich Siegmund sicher zum Ministerpräsidenten wählen lassen.

00:12 Uhr

Wahlsieger Siegmund bringt bereits Neuwahlen ins Spiel

Noch ist unklar, ob es der AfD in Sachsen-Anhalt für eine absolute Mehrheit im Landtag reicht. Doch Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bringt gegenüber dem ZDF bereits Neuwahlen ins Spiel.

Foto: AFP

«Wir lassen uns nicht verbiegen», so Siegmund zur Frage nach einer möglichen Koalitionsregierung. Aktuell sehe er keine Partei, mit der eine Zusammenarbeit möglich wäre. Im Notfall werde es halt Neuwahlen geben, bei denen die AfD «50 oder 55 Prozent» hole, so der Wahlsieger weiter.

06.09.2026, 23:03 Uhr

BSW über 5 Prozent: Absolute AfD-Mehrheit wird unwahrscheinlicher

In der neusten ARD-Hochrechnung von 22:49 Uhr haben sich die Stärkeverhältnisse kaum verändert. Die AfD führt weiterhin mit 44 Prozent, vor der CDU, die mit 17,4 Prozent mehr als die Hälfte ihrer Wählerschaft verloren hat. 

Weil das BSW mit 5,1 Prozent nach dieser Hochrechnung den Einzug in den Landtag schaffen würde, sinkt aber die Chance auf eine absolute AfD-Mehrheit von 42 Sitzen.

Doch auch dann bliebe für Siegmund ein Weg an die Macht: Die Partei von Sahra Wagenknecht hat als einzige eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht ausgeschlossen.

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte für ein politisches Beben in Deutschland sorgen. Die CDU könnte es erstmals seit 2002 nicht in die Regierung schaffen. Obendrein könnte die AfD, unter bestimmten Voraussetzungen, allein regieren. Blick zeigt, wer die beiden Kandidaten im Rennen um das Amt des Ministerpräsidenten sind, wie die Parteien in den Umfragen abschneiden – und was nach der Wahl möglich ist.

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Die Kandidaten

Wohl bereits jetzt ein Gewinner dieser Wahlen ist Ulrich Siegmund (35, AfD). Der ausgebildete Kaufmann gibt sich im Wahlkampf stets dynamisch und pragmatisch und gewinnt so in Umfragen die Mehrheit der Stimmen für sich und seine Partei.

Der AfD-Spitzenkandidat könnte den amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze (47, CDU) aus dem Amt verdrängen. Der dreifache Familienvater Schulze ist seit Januar 2026 Regierungschef von Sachsen-Anhalt und bereits seit 1997 Parteimitglied der CDU.

«Das Volk hat ein Signal gesendet»
1:59
Schulze anerkennt Niederlage:«Das Volk hat ein Signal gesendet»
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Die Umfragewerte

Kurz vor der Wahl kursieren falsche Umfrageresultate, die angeblich vom Insa-Institut veröffentlicht worden sein sollen. In diesen soll die AfD auf ganze 46 Prozent der Stimmen kommen. Das Institut weist die Urheberschaft dieser Umfrage zurück.

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Auch die offiziellen Umfragen zeigen aber vor allem eines: Die AfD liegt in der Gunst der Wähler klar vorne. In der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa vom 2. September kommt die AfD auf 43 Prozent der Stimmen, gefolgt von der CDU, die nach Einbüssen eines Prozentpunktes nur noch auf 22 Prozent kommt. Die Linke bildet mit 12 Prozent die drittstärkste Partei. Der SPD werden 7 Prozent der Stimmen eingeräumt, während Grüne (5 Prozent), BSW (4 Prozent) und FDP (3 Prozent) aufgrund der Fünf-Prozent-Hürde noch um den Einzug in den Landtag bangen müssen.

In älteren Umfragen schneidet die AfD mit 40 bis 42 Prozent der Stimmen leicht weniger gut ab – ein feiner Unterschied, der über das mögliche Regieren entscheiden kann. Die Fehlertoleranz bei solchen Umfragen liegt bei etwa drei Prozentpunkten.

Wahltrend in Sachsen-Anhalt
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Möglicher Wahlausgang

Die Umfragewerte lassen auf einen packenden Wahltag schliessen. Obwohl die AfD mit über 40 Prozent der Stimmen in den Umfragen klar vorne liegt, ist nicht klar, ob sie auch regieren wird. Zum Regieren benötigt die AfD die absolute Mehrheit im Landtag. Ob sie diese bekommt, ist auch davon abhängig, ob Parteien wie Grüne, BSW und FDP es schaffen, sich ein paar Sitze im Landtag zu sichern.

Sollte die AfD mehr als 43 Prozent der Stimmen erhalten und neben ihr nur CDU, SPD und Linke in den Landtag einziehen, dann ist die Alleinregierung der AfD unter Umständen möglich.

Schafft es eine oder auch mehrere der anderen Parteien über die Fünf-Prozent-Hürde, so müsste die AfD eine Koalition eingehen, um regieren zu können. Das gemeinsame Regieren oder auch nur eine Zusammenarbeit mit der AfD wird von den übrigen Parteien ausgeschlossen – mit der sogenannten Brandmauer distanzieren sich diese von der teils extremistischen AfD.

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Mögliche Koalitionen

Sollte es nicht zu einer Alleinregierung der AfD kommen, so müssen andere Bündnisse eingegangen werden. Ein mögliches Szenario wäre eine Koalition aus CDU, Linke, SPD und Grüne. Das sind die einzigen Parteien, die neben der AfD dauerhaft über 5 Prozent in den Umfragen erreichen.

Doch eine solche Koalition wird aufgrund der Linken von Bundeskanzler und CDU-Parteichef Friedrich Merz ausgeschlossen. Als Begründung nennt er in einem Interview mit der «Mitteldeutschen Zeitung» und der «Magdeburger Volksstimme» «fundamentale Unterschiede zur Union». Auch Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (CDU) schliesst eine Koalition mit der Linken aus.

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