Schäden an Flughafen in Dubai
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Iranischer Angriff:Schäden an Flughafen in Dubai

Abwehrsysteme unter Dauerbeschuss
Wie lange können Dubai und Co. die Angriffe abwehren?

Die Verteidigungssysteme der Golfstaaten mussten seit Samstag viele iranische Angriffe abwehren. Die Länder setzten dafür auf Technologie aus den USA. Noch ist allerdings unklar, wie gut diese Systeme langfristig funktionieren.
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Die Vereinigten Arabischen Emirate setzten zu ihrer Verteidigung etwa auf das Abwehrsystem Terminal High Altitude Area Defence. Dieses System ist darauf ausgelegt, feindliche Raketen und Drohnen in der Endphase ihres Fluges mit einem direkten Treffer abzufangen. (Archivbild)
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Iran greift seit Samstag die Emirate und Bahrain mit Raketen an
  • Trotz Abwehrsystem durchbrachen 21 Drohnen den Sicherheitswall
  • Katar hat nur noch Patriot-Munition für vier Tage
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Mattia JutzelerRedaktor News

Mit mehr als 185 Raketen und über 800 Drohnen griff der Iran seit Beginn des Krieges am Samstagmorgen die Vereinigten Arabischen Emirate an. Die grosse Mehrheit dieser Geschosse konnte vom Verteidigungssystem abgefangen werden. Das teilte das Verteidigungsministerium in Dubai am Dienstag mit.

Auch der benachbarte Golfstaat Bahrain wurde zum Ziel der iranischen Armee. Insgesamt über 70 Raketen und etwa gleich viele Drohnen wurden bis am Montagabend auf die Insel im Persischen Golf abgefeuert. Genau wie in den Emiraten wurden die feindlichen Projektile auch in Bahrain mit «hoher Effizienz abgefangen», wie das nationale Kommunikationszentrum am Montag mitteilte.

Mehrschichtiges Verteidigungssystem

Die Verteidigungssysteme dieser zwei Staaten scheinen aktuell also im Grossen und Ganzen zu funktionieren. Beim Abfangen der Geschosse aus dem Iran kam in den letzten zwei Tagen modernste Technologie zum Einsatz. Die Emirate setzten bei ihrer Verteidigung auf Abwehrsysteme aus den USA, die einander ergänzen.

Den ersten Verteidigungswall bildet das Abwehrsystem Terminal High Altitude Area Defence, kurz THAAD. Das berichtet das Wochenmagazin «Arabian Business» aus Abu Dhabi. Dieses System ist darauf ausgelegt, feindliche Raketen und Drohnen in der Endphase ihres Fluges mit einem direkten Treffer abzufangen. Das THAAD umfasst mobile Abschussrampen und Radaranlagen.

Alle Geschosse, die durch diesen ersten Wall brechen, sollen von anderen Systemen abgefangen werden. In dieser Phase kommen dann zum Beispiel Batterien des Typs Patriot zum Einsatz. Diese sind für die Bekämpfung feindlicher Projektile in niedrigeren Höhen und auf kürzere Entfernungen als das THAAD ausgelegt. Die Variante der Emirate ist laut «Arabian Business» ausserdem speziell zum treffsicheren Abfangen ballistischer Raketen ausgelegt.

Zusammenarbeit mit den USA

Zum Verteidigungssystem Bahrains gibt es weit weniger detaillierte Angaben. Es dürfte im Grunde aber ähnlich funktionieren wie das der Emirate. Laut «National Defence», dem Branchenmagazin der US-amerikanischen Verteidigungsindustrie, ist auch der Inselstaat etwa im Besitz von Patriot-Batterien. Das Gleiche gilt für andere Länder in der Region, beispielsweise Katar.

Viele Golfstaaten arbeiten militärisch eng mit den USA zusammen, beherbergen etwa amerikanische Soldaten oder Militärbasen auf ihrem Staatsgebiet. Das macht sie zu Angriffszielen des Irans, wie unter anderem die BBC berichtete.

Hält der Schutzwall den Krieg aus?

Unter der glänzenden Fassade dieser hochmodernen Verteidigungssysteme scheinen sich allerdings bereits die ersten Risse zu bilden. Trotz der guten Abfangquote schafften es nämlich einige iranische Projektile, den Verteidigungswall zu durchdringen. In den Emiraten konnten bis Montagabend 44 Drohnen durchbrechen und sorgten für drei Todesfälle und 68 Verletzte, wie «Forbes» berichtet. In Bahrain starb derweil eine Person durch iranische Angriffe.

Auch gibt es Bedenken, wie unabhängig die Golfstaaten in ihrer Verteidigung wirklich sind. Laut Recherchen von «Bloomberg» mussten die Emirate scheinbar bereits ihre Verbündeten um Unterstützung bei der Luftverteidigung bitten. Währenddessen geht Katar, das ebenfalls iranische Angriffe abfangen musste, laut dem Bericht wohl bald die Munition aus. Die Vorräte an Patriot-Raketen des Golfstaates reichen laut «Bloomberg» nur noch für vier Tage. Die Regierungen dieser beiden Länder weisen diese Berichte allerdings zurück.

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